Corona hatte (von vielen anderen) insbesondere 2 objektiv belegbare, negative Folgen:
1. Der persönliche Kontakt von Bürgern zu Beamten/Angestellten in Ämtern und Behörden ist weitestgehend verloren gegangen (das liegt nicht nur an Corona, sondern auch an der vorangetriebenen "Digitalisierung" - oder das, was Behörden eben für "Digital" halten). Fast alles wird irgendwie online, formularmäßig bearbeitet und wenn man sein Gegenüber nicht mehr in die Augen schauen muss und keine direkten Nachfragen fürchten muss, dann handelt man eben einen "Vorgang", neudeutsch auch "Ticket", kalt und haarspalterisch nach Vorschrift (oder das, was man als richtig oder für die Vorschrift hält) ab. Ermessenspielraum? Unbekannt ... bevor man nen Anschiss von oben wegen zu großzügigem Ermessen einfängt, lieber im Zweifel abbügeln.
2. Das Mantra "lieber zu Hause bleiben, als irgendwen anstecken" hat zu einer Krankenquote geführt, die dieses Land bislang nicht gekannt hat - gerade auch im öffentlichen Dienst - und dann bleibt dann eben etliches liegen. Viele haben 4 Wochen "Zusatzurlaub" in den letzten Jahren irgendwie bei ihrem Arbeitsplatz eingepreist (betrifft natürlich nicht nur den öffentlichen Dienst).
Alles kleine Bausteine, die mit dazu Beitragen können, dass die Staatsverdrossenheit steigt. Immerhin: Die KFZ Steuer wird pünktlichst vom Konto eingezogen, so etwas funktioniert dann mal ohne Formular und Ticket-Nummer.
PS: Ich möchte nicht verschweigen, dass etliches nach wie vor auch reibungslos klappt.