Ne, auch da gibt´s oberhalb vom Stationsarzt (oder noch ne Stufe höher?) an dann entsprechende Beteiligungen. Der Kuchen von den sog. "Privatpatienten" muss ja aufgeteilt werden und der ist, dank der beliebten KH Zusatzversicherungen im Krankenhaus gar nicht mal sooo klein - Außerdem sind noch lange nicht alle Ärzte in KHs Angestellte. Viele sind selbständige Ärzte mit Belegbetten etc. Im Übrigen gibt es keine im Durchschnitt derart gut bezahlte akademische Berufsgruppe, wie bei den Ärzten, Das liegt auch daran, dass sich in den breitesten Bevölkerungskreisen der Glaube durchgesetzt hat, ein "guter" Arzt müsse auch zwangsläufig "gut" verdienen und nur ein "gut" bezahlter Arzt leistet "gute" Arbeit - im Grunde genommen ist das unser Erfahrungsschatz aus grauen Vorzeiten. Dem Schamanen hat man auch die beste Ziege zum Opfern gebracht, denn die Götter wollen nicht beschissen werden. Und so hat sich das bis heute durchgezogen und jetzt dürfen eben die Halbgötter in weiß nicht beschissen - sprich einfach nur ordentlich bezahlt - werden. Die Ärzte haben auch die besten Berufslobbies aller Akademiker, die seit Jahrzehnten dafür sorgen, dass nur ja nicht zu viele an diese gut gefüllten Futtertröge kommen, was jetzt u.a. zu Phänomenen wie Ärztemangel auf dem Land und gleichzeitig einer regelmäßigen Erhöhung der ärztlichen Honorare führt, so dass sich in den großen Städten dennoch immer mehr davon breit machen. Zum Glück kommen ja jetzt genug Ärzte aus Syrien & Co. die ganz und ausschließlich dem ärztlichen Berufsethos verpflichtet, ihre Landsleute mit dem Bombensplitter im Bauch oder nem Hungerödem verrecken lassen, um bei uns als Facharzt mit gutem Gehalt reüssieren zu können, eine echte Bereicherung für unser Land also. Ok - das war jetzt polemisch und auch zynisch. Hoffe, das Korn Wahrheit darin war ersichtlich. Das man im Einzelfall froh sein darf, einen guten Arzt zu haben und diesem aufrichtig dankbar sein darf, ist deswegen ausdrücklich nicht ausgeschlossen. Und ich wünsche dem TE, dass er zu dem großen Anteil von Patienten gehört, bei dem alles gut geht und gut bleibt. Gesunde Skepsis ist, wie überall im Leben, dennoch meistens nie verkehrt.