Wow, ich habe gerade mal wieder reingeschaut und über 3 Seiten nachgelesen und mir kommen folgende Gedanken:
obwohl ich den E9 vor etwa 25 Jahren selbst mal für einen Freund zerlegt und die Karosseriearbeiten angefangen habe (Freund hat das Projekt 3,0CSi fjordblau, leider aus Motivationsmagel aufgegeben) und daher die Arbeiten ansatzweise kenne, die übrigens mit meiner 02 Restauration in keinster Weise vergleichbar sind, der war dagegen ein 50-Teile Puzzle, bin ich immer wieder neu geschockt, wie schlecht Deine Karosserie ist. Wie Andere schon schruben, die Meisten hätten den entsorgt, weil es sogar unter den E9 Restaurierungsobjekten manch bessere gibt. Ein Bienchen und meinen vollen Respekt also für Dein Durchhaltevermögen und die Fähigkeit, Dich selbst zu motivieren, ich könnte das nicht (mehr). Fazit
Deine Fähigkeiten in punkto Blechbearbeitung haben sich deutlich verbessert, auch wenn manche Bereiche durchaus "russisch" repariert wurden. Aber irgendwann will man ja auch fertig werden! Insgesamt -->
Nur ein paar "böse" Gedanken: Auch wenn das "Puzzle" verschliffen und grundiert gut aussieht und am Ende ein Auto da steht, was neuwertig aussehen wird, mache ich mir so meine Gedanken über die strukturelle Festigkeit der Karosserie. Ein Teppich aus stumpf aneinander geschweissten Blechflicken (Reparaturblechen, selbstgedengeltes) in Verbindung mit einigen Original- oder originalähnlichen Teilen (Schweller) wird natürlich niemals die strukturelle Stabilität der Ursprungskarosserie auch nur annähernd erreichen. Deutlich besser als Rostloch an Rostloch ist es aber natürlich und wird für den gelegentlichen Hobbygebrauch auch ausreichen. Was mit diesen Gedanken machen? Am besten wohl verdrängen?! Nicht falsch verstehen, ich habe selbst am 02 stumpf an stumpf geschweisst und Flicken gedengelt, wenn auch in wesentlich geringerem Umfang, siehe angehängte Bilder. Außerdem geht es mit Hobbymitteln auch kaum besser als Du es machst, vielleicht hättest Du vor dem E9 ein etwas weniger komplexes Objekt zum Üben nehmen sollen? Aber das ist Theorie und müßig, das Auto wird erhalten und es wird Dir hoffentlich viel Freude machen!
Deine neuen Gerätschaften gefallen mir, bei meinem ehemaligen Arbeitgeber hatten wir nix dergleichen, nur eine ausgenudelte Kantbank und eine Hartholzkuhle, einen 50 Jahre alten Ledersack und ein paar Handhämmer zum gelegentlichen Dengeln. Dafür hatte ich das Vergnügen als Lehrling und als angehender Techniker in der Lehrwerkstatt mit Eckold - Kraftformer, Rollensickenmaschine, Rollenbiegemaschine und einem Riesensortiment an Stauch- und Streckhämmern und diversen anderen Handwerkzeugen arbeiten zu dürfen und ich habe die Blechbearbeitung geliebt. Ist genauso befriedigend wie Holzbearbeitung, wenn auch ganz anders, Umformen statt Zerspanen! Ich hoffe, die Arbeit macht Dir auch nach 1000 Arbeitstunden noch Spaß!
Danke für Deine ausführliche, reich bebilderte Dokumentation!
weissblaue Grüße,
Michael