Die Übersetzung gibt das Verhältnis von Eingangsdrehzahl und Ausgangsdrehzahl und genauso Eingangsdrehmoment und Ausgangsdrehmoment an. Wie das gute alte Hebelgesetz. Für die Übersetzung 4,1 bedeutet das, dass 4,1 Kardanwellenumdrehungen eine Antriebswellenumdrehung ergeben. Also ist das Verhältnis 4,1 zu 1. Das Drehmoment verhält sich umgekehrt: 1 Nm (= Newtonmeter, das ist die üblicherweise gebräuchliche Einheit für Drehmoment) an der Kardanwelle sind 4,1 Nm die dann an den Antriebswellen wirken. Das Übersetzungsverhältnis wird durch das Verhältnis der Zähnezahl der im Differential ineinandergreifenden Zahnräder (Kegelrad und Tellerrad) vorgegeben. Im Falle 4,1 sind das 10 Zähne am Kegelrad (das ist der Eingang, von der Kardanwelle angetrieben) und 41 Zähne am Tellerrad (daran hängen die Flansche zu den Antriebswellen). 41 geteilt durch 10 = 4,1. Was treibt aber das Auto an? Das ist die Kraft, mit der die Reifen den Asphalt wegschieben wollen. Der Asphalt lässt sich aber nicht wegschieben, also rollt das Auto nach vorn. Der halbe Durchmesser der Reifen ist der Hebelarm, der das Drehmoment an den Antriebswellen in die Kraft verwandelt, die dein Auto nach vorn drückt. Mehr Drehmoment an den Antriebswellen = mehr Kraft, die nach vorn schiebt. Durch eine kürzere Übersetzung erhöhst du also die Kraft an den Rädern bei gleichem Drehmoment an der Kardanwelle. Gleichzeitig verlangsamst du aber die Drehzahl der Räder bei gleicher Drehzahl der Kardanwelle. Daher wie du selbst schon sagtest die geringere Endgeschwindigkeit. Zaubern kann so ein Getriebe nämlich nicht, das Produkt aus Drehmoment und Drehzahl am Eingang und am Ausgang ist immer gleich (den Wirkungsgrad vernachlässigen wir mal) das Produkt ist die Leistung, die ist konstant. Schließlich kommt die ja vom Motor, bzw. aus dem Kraftstoff. Nun ist die Frage, worum es dir geht. Mit der kürzeren Übersetzung erreichst du den gleichen Effekt, den dir der zweite statt dem dritten Gang bietet. Es geht besser vorwärts, aber die Geschwindigkeit ist eben geringer. Du hast ja schon 5 verschiedene Übersetzungen in deinem Getriebe, die dir das gleiche Prinzip aufzeigen. Die kannst du nach Bedarf wählen. Die Geschwindigkeitsbereiche, bei denen diese Übersetzungen sinnvoll sind (also ob du nun bei 110 oder 120 km/h in den dritten Gang schalten mußt) kannst du mit dem Differential (= Hinterachsgetriebe) etwas spreizen oder stauchen. Die Kernaussage für dich ist nun: Was hinten raus kommt ist das gleiche! Denn die vom Motor bereitgestellte Leistung ändert sich nicht. Du schaltest aber öfter wenn du eine kürzere Hinterachsübersetzung einsetzt, weil bei gleicher Motordrehzahl eine geringere Geschwindigkeit anliegt. So aus dem Stegreif ist es sicher nicht gleich zu durchblicken, welche Zusammenhänge und Stellschrauben da miteinander wirken. Du mußt dazu rechnen können, glücklicherweise reichen hier die 4 Grundrechenarten sehr weit, und ein grundsätzliches Verständnis der Begriffe Kraft, Drehmoment, Drehzahl, Leistung aufbringen. Alles in allem - im Physikunterricht gut aufpassen ;) Die Grundbegriffe hab ich mal kursiv gemacht, nach denen kannst du bei Interesse recherchieren. Wenn du dann noch ne Exceltabelle mit Diagramm basteln kannst, hast du ruckizucki ein Zugkraftdiagramm hingezaubert, das all das mit 5 bunten Linien darstellt - oder 6, wenn der Rückwärtsgang ne Geige spielt