Ich denke schon, dass die Risikobereitschaft gestiegen ist. Außerdem konnte sich vor 30 Jahren kein Jugendlicher ein stark motorisiertes und gut ausgerüstetes Auto leisten. Denn die gab es nur neu für die entsprechende Kohle. Seit 15 Jahren sind die Golf GTIs der ersten Generationen (hier nur als Beispiel genannt) für ganz kleines Geld zu haben und auch für Fahranfänger erschwinglich. Diese Untersätze haben aber immer noch ordentlich Biss, häufig zu viel für den unerfahrenen Neuling, um danach aus Erfahrung klug zu werden und zu erkennen, dass die Helferlein nur helfen und die Physik nicht außer Kraft setzen. Dazu die Suche nach dem ultimativen Kick, übersteigerte Geltungssucht, Arroganz, Ignoranz, ... Nuja, die Extremos hier waren alle ab Mitte 20. Und der Azubi im Golf I bis Golf II GTI hat auch nicht die Helferlein, die hier vorgetragen werden. Ich kenne ja auch noch ein paar Spezis aus meiner Anfangszeit. Die sind mit ähnlichen Wagen genauso gefahren. Ein Wunder, dass die Leben. Da waren Wettrennen und mit 200 in den Ort rein und dann mal 50m über den Bahnübergang fliegen keine Ausnahme. Nur einer hat es nicht geschafft. ABS war das Maximal verfügbare. Um Golf I oder II GTI geht es doch hier überhaupt nicht, welcher Fahranfänger legt sich denn sowas zu? Biste ja bei den Kumpels gleich unten durch, weil keine 19" Lexani passen. Es geht doch vielmehr um diejenigen, die sich (jaja, Klischee) einen Fünfer GTI, Polo GT etc. als erstes rauslassen. Und da sind eben die besagten Helferlein zahlreich an Bord, die "Rotzer" fühlen sich damit sehr wohl sicherer als in einer Gurke ohne ABS/Servo. Mal davon ab kann sich der Azubi heute eher einen abgerockten 740i als einen Golf II GTI leisten. Anders als bei den Ex-Bonzenschleudern sind die HP-Beiträge bei den "knapp-über-100-PS-Raserbüchsen" immer noch eklatant hoch im Vergleich. Als Anfänger wohlgemerkt, nicht mit Oma-Mutti- oder Vatirabatt.