Es gibt noch eine weitere Möglichkeit: Fahren mit vorläufiger Zulassung. Das hatte ich bereits 2-3x.
Du bekommst das Kennzeichen, welches Du möchtest oder welches vorhanden ist, jedoch ohne Stempel (Glaube der vom Landkreis ist drauf - bin mir nicht sicher, das letzte Mal ist ca 6 Jahre her).
Mit diesem Schild bekommst du ein Schreiben der Zulassungsstelle, welches dich befähigt, Fahrten zur Erlangung der HU, Werkstattbesuch, Einstellfahrten, etc durchzuführen. Meist begrenzt auf 1-2 Wochen, danach verliert es seine Gültigkeit.
Wg. roter Nummern: Ich habe das Glück, dass ich die von meiner Werkstatt immer noch ausgehändigt bekomme, sollte ich angehalten werden, überführe ich FÜR die Werkstatt ein Auto. Kam bisher nie dazu, aber das ist die Aussage vom Chef. Klar, da kann man jetzt wieder drüber diskutieren, was da alles sein kann... Aber solange das von dem Chef der Werkstatt kommt, ist es mir erstmal "egal".
Aber nochmal: Es gibt meist einen Grund, wenn man mit langer überzogener HU unterwegs ist. Wenn man freundlich argumentiert und einfach mal die gute Kinderstube walten lässt, ging es schon so manches mal glimpflich bzw. ohne Probleme klar, dass ich irgendwas gemacht habe, was die Cops nicht so geil fanden. Wie es in den Wald ruft, so schallt es heraus.
Als ich noch bei meinen Eltern wohnte, gab es mal neue Nachbarn. Die riefen die Cops, weil ich mit einem Nicht-zugelassenen Motorrad auf der Strasse auf und ab fuhr.
Die damals noch grün-silbernen Staatsbeamten kamen, fragten. Es handelte sich um eine 2Takt Yamaha aus 1971, die von 1988 bis 2003 nicht gelaufen war. Wie soll ich so ein Motorrad über eine HU bringen? Wo soll ich das Motorrad abstimmen? Die Polizisten hatten ein Einsehen, ich versprach, so wenig wie möglich Krach zu machen und zu fahren. Alles entspannt. Etwas später freute sich besagter Nachbar über eine Flasche Wein und bis heute sind wir gut miteinander.
Es gibt sooooo viele Beispiele, wo man Gnade vor Recht ergehen lassen kann, wenn nur der Umgang miteinander passt. Und da ist es egal, ob es ein bescheuerter Nachbar, ein nach dem Gesetz handelnder Polizist oder sonstwas ist. Es geht einfach darum, den Respekt vor dem anderen nicht zu verlieren, auch wenn man mal Mist macht oder etwas nicht so ganz legal ist. Damit bin ich schon zu Mofa Zeiten gut gefahren und halte es noch heute so.
Klar - vielleicht bekomme ich auch mal eine auf den Sack, aber sind wir kurz realistisch: Das hätte mir vor 25 Jahren schon passieren können... Und irgendwann erwische auch ich mal einen Polizist, der vielleicht nicht mit sich reden lässt. Aber bis dahin lasse ichs drauf ankommen und überführe heute ein Auto in eine private Werkstatt, um die schon länger fällige HU zu erlangen. Bei meinem Fuhrpark muss ich nämlich auf Werkstattkosten achten und außerdem ist es ja ein Hobby. Und in Verbindung mit dem KV und meinem doch sehr aktuellen Gerichtsurteil mache ich mir keine Gedanken, einem Polizisten zu erklären, weshalb ich auf den Straßen unterwegs bin...