Naja, Anfang ist was anderes, ich rede von Mitte der 90er. Es brauchte ja erstmal Kunden. Mitte 1990 gab es ja erst "Westgeld" (und bis dahin war auch auf Importautos noch satt Zoll fällig) und größere Ersparnisse waren dann halbiert. Deutsche Einheit war erst Ende 90 und bis dahin konnte man selbst für´n Wartburg oder Lada noch Kohle (wenn auch keine Fantasiesummen) bekommen. Da man dann auch schnell merkte das die Zukunft alles andere als gesichert war und auf Kredit kaufen für den "gelernten DDR-Bürger" nicht üblich war, wurden erstmal "tolle Westwagen" so bis 5000,- DM gekauft. (sprich die Schrottplätze des Westens haben die Dinger gewinnbringend entsorgt, die sie vorher so für 500,- aufgekauft hatten und eigentlich gerade pressen wollten) Neuwagen kaufte sich damals kaum jemand, und wenn dann kein teuren. Wozu so´n dekandentes Ding? Ein gutes Jahr vorher hatte man für´n 2er Golf C als Gipfel der Automobilbaukunst noch bereitwillig so 100000,- Mark gelöhnt oder selbst für´n 1.3er Wartburg Tourist 60000,-. Einem Kumpel der 91 einen NFL 320i fuhr haben wir schon für´n bissel bescheuert erklärt, weil er nur für die Poserkarre arbeiten geht. Besitzer von Autos "dieser Klasse" waren zu der Zeit Stadtbekannt. Das richtige Neuwagengeschäft lief erst so 92 an, dann aber noch immer eher in der Kompaktklasse (meine Chef´s fuhren damals Audi80 und Ford Sierra), was sich in den nächsten 2 Jahren langsam "normalisierte". Trotzdem ist der Anteil der Fremdfabrikate hier bis heute überdurchschnittlich hoch und das "klassische Rentnerauto" kaum zu finden, da diese Strukturen nie gewachsen sind.