Uiui, da muß ich wohl mal meinen Senf dazugeben. Der Wagen sieht wirklich gut aus, was die Bilder so zeigen, ganz original und fast unverbastelt. Die Mittelkonsole mit den zwei Geräten (was immer es auch sein mag) sehe ich noch als zeitgenössisch an und daß zu schwarzen Türverkleidungen keine dunkelblauen Veloursitze gehören kann man auch verschmerzen, bzw. beheben! Rost ist an jedem unrestaurierten E9 ein Thema. A-Säulen und Schweller sind die Hauptproblemzonen. Die Schweller sind dreiteilig und haben darüber noch eine geschraubte Abdeckung. Selbst, wenn man diese abschrauben darf und der geschweißte Außenschweller top aussieht, kann darunter das Grauen lauern (selbst erlebt!). Die Autos wurden oft mit geringstmöglichem Aufwand am Leben erhalten und waren ab (Karmann-) Werk schon mit den Anlagen für ein möglichst kurzes Leben ausgestattet (tw. Hohlräume ausgeschäumt). Schau Dir das Auto in aller Ruhe an. Der erste Griff sollte am hinteren Schwellerende an den senkrechten Innenschweller gehen, auf der Höhe, wo die Achsträgergummis (Tonnenlager) sitzen. Mit diesem Griff und der zu Tage geförderten Handvoll Rost hab ich schon zwei oder drei E9 Besitzern, die meinten, ein Top-Auto zu besitzen, die Tränen in die Augen getrieben! Weiterhin müßte man die hinteren Radhausverkleidungen abbauen. Diese sind aber meist spröde und gehen dabei kaputt, wenn sie es nicht schon sind. Ebenso ist das Ausbauen der Rücksitzlehne Pflicht, am besten schaut man auch hinter den hinteren Seitenverkleidungen auf die Innenschweller. Außerdem schaut man unter dem Armaturenbrett hinter die "Handschuhfächer" (der E9 hat links auch ein kleines) in die A-Säulen. Der Rost an den Luftschlitzen der Motorhaube kann Dich schon ins Unglück stürzen. Die Hauben waren damals handverlesen, nicht jede Haube paß in jedes Auto, nichtmal eine über 1000€ kostende neue! . Der E9 war immer ein teures Auto und ist es immer noch. Diejenigen, die ein restauriertes, wirkliches Top-Auto für 30000€ oder weniger verkaufen (müssen), machen meist Verlust dabei. Ich habe mit einem Freund vor etwa 12 Jahren einen 3,0CSi gekauft, der äußerlich nur eine Rostblase in der Seitenwand vor dem hinteren Radlauf hatte und zwei kleine Bläschen am Heckblech. Wir wollten damals nur Heckblech und Seitenwände tauschen und lackieren. Die genauere Bestandsaufnahme ergab folgendes Bild: Kompletter Vorderwagen rostfrei, weil als Ersatzteil nach Unfall auf Richtbank ersetzt (an A-Säulen angesetzt), A-Säulen mit großen Blechen zugebraten, darunter nichts mehr vorhanden. Schweller unter den besagten Außenschwellern praktisch nicht mehr vorhanden, Radhäuser hinten bereits unschön geflickt, Kofferraumboden zerfressen, der ganze Unterboden mit schwarzem Bitumen zugekleistert und dadurch zusammengehalten! Daraus lernt man. Der E9 ist oft ein Blender, wie er im Buche steht. Will sagen, man sollte ihn sehr ausgiebig besichtigen und am besten einen Kenner der Materie dabei haben! Außerdem sollte man sich im Klaren sein, was auf Einen zukommen kann, wenn man mal eben eine kleine Roststelle beseitigen will. Am besten verkauft man das Auto weiter, bevor man anfängt, es zu zerlegen! Zum Positiven: Das angebotene Auto macht durchaus einen guten Eindruck, zumal es aus erster Hand sein soll (was erstmal zu prüfen wäre). Sowas findet man nicht mehr an jeder Ecke! Der E9 macht, egal mit welchem Motor wahnsinnig Spaß und ist um Welten schöner als ein 6er . Keine feste B-Säule oberhalb, alle vier Seitenfenster gehen komplett runter (beides kann der 6er nicht!), eine unvergleichlich schöne zeitlose Linienführung und eine Kombination aus Luxus, Sportlichkeit, Eleganz, Leder, Holz und Chrom, die ihresgleichen sucht. Dabei ist er, wenn in ordentlichem Zustand, keine Diva, sondern ein relativ einfach zu wartendes, anspruchsloses und alltagstaugliches Auto. Also bei gutem Auto zuschlagen, bei kleinsten Bedenken, laß die Finger davon!