Ich würde sagen, dass ist ein Ex-Italiener/Spanier oder anderer Südlandstaaten-Reimport. Sowas wurde von Herrn Guiliamo Leone, Bj. 1928, aus Sizilien gekauft und gefahren, eine Kiste Zitronen hoch und wieder runter. Gleiches habe ich bei einem W201 einmal genauso gesehen: älterer Herr, der sich nach einem Fiat oder ähnlichem noch mal was geleistet hat und damit zum Einkauf fährt. Klima, Seitenblinker, Sonnenrollo und Gesamterhaltung sprechen für ein Auto aus dem Süden, welches aber auch dort ausgeliefert wurde. Meiner war dafür eigentlich nicht vorgesehen und ist daher noch magerer als mager ausgestattet.
Der Wagen gefällt mir auch. Der leichtere M40 macht auch das Lenken nicht so schwer. Ich finde es Fluch und Segen zugleich; Fluch, weil das Rangieren mehr Arbeit erfordert, Segen, weil der Straßenkontakt sehr direkt ist. Das Feedback finde ich wirklich klasse, auch wenn die BMW Servo bedeutend präziser ist als ich es von Daimler-Modelln aus dieser Zeit kenne. Vielleicht lass ich mich dazu auch noch einmal hinreissen?
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Der polarissilberne 316 ist etwas aus der Realität gerückt.
Gleiches gibt es vom BMW-Händer für weniger Geld. Wäre das kein Automat und kein Vergaser, wäre ich vielleicht wegen der Farbe schwach geworden: klick. Papa erster E30 sah genauso aus und Saphirblau ist eine wunderschöne Farbe.
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Ich habe mir heute dieses Fahrzeug angesehen: klick.
Positiv:
- kein erkennbarer Rost (dazu später ein aber*)
- nahzu keine Beule
- Interieur sehr schön erhalten
- keine Fehlteile soweit erkennbar
- technisch keine Mängel erkenn- oder erfahrbar (hervorragender Geradeauslauf, straffes Fahrwerk, keine Störgeräusche vernehmbar)
- 171 PS
- komplett neue AGA ab Krümmer mit G-Kat (lt. Eigentümer der Zweite)
- ZKD erneuert und Block gehohnt
- Automat schaltet wie gewohnt, geschmeidig (aber**)
- drei Schlüssel
- viele HU/AU-Berichte, Kopien der alten Briefe, soweit erkennbar war der Wagen im Winter nie zugelassen (Ausnahme jetzt mit dem H-Kennzeichen)
Weniger schön:
- Verdeck ist fällig; komplett mit Scheibe (es ist das/die Erste)
- ZR und Ventilspiel (deutlich hörbar) fällig
- *der ganze Unterboden als auch die Radhäuser sind komplett mit Dinitrol schwarz mehrfach behandelt worden (für meine Begriffe auch nicht schön/sauber)
- Reifen sind fällig, es sind Falken mit DOT vor 2000
- im Motorraum sind viele Stecker mit schwarzem Tape nachgewickelt worden
- Dammmätte an der Motorhaube ist neu, aber aus merkwürdigem Material (erinnert mich an Dämmfilz aus der Autoindustrie)
- der originale Heckspoiler ist leider nicht mehr vorhanden
- weitere Papiere fehlen
Irgendwie hält mich der Unterboden und die Radkästen ab. Das ist wirklich unschön und unsauber gearbeitet und überhaupt nicht von der Blechsubstanz kontrollier-/einsehbar. Kaum vorstellbar, dass das ein Oldtimer-Spezi gemacht haben soll.
Den M20B25 empfand ich auch als recht müde, ich hätte mehr Leistungswille erwartet. **Die Automatik dazu wirkte irgendwie nervös als wüsste sie nicht, wohin sie schalten soll/sie wirkte gefühlt überfordert. Das kenne ich von meiner nicht. Der Besitzer meinte, man solle an der Ampel immer in "N" schalten, alles andere würde das Getriebe auf Dauer verschleißen. Stimmt das? Klar ist dort Druck drauf, aber bekannt war mir das mit den ZF-Getrieben nicht.
Natürlich reden wir hier nicht von einem Fahrzeug jenseits der 20T, aber für mich sind die 17TEuro sehr viel Geld und ist es mir dann das fehlenden Dach wert? Ich kann den Wagen irgendwie nicht richtig einschätzen - mal ganz neutral von meinem Anspruch. Machen kann man vieles, wenn die Basis stimmt.