Das kann ich so nicht bestätigen.
Ich arbeite im Gesundheitswesen und bin federführend für die Umsetzung neuer Pflegepersonalrichtlinien verantwortlich. Von einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen und der Patientenversorgung kann pe se nicht gesprochen werden. Geeignetes Personal ist kaum zu finden und/oder an den öD zu binden, wo Arbeitgeber der freien Wirtschaft deutlich bessere Anstellungs- und Arbeitsbedingungen bieten.
Diese Fachkraftlücken werden nicht selten über unzureichend qualifiziertes Personal aus dem Ausland (deren Abschlüsse oft nicht anerkannt werden können und welche nicht selten enorme Hürden im Sprachverständnis mit sich bringen) und/oder durch sehr teure Leiharbeiter "gestopft". Stundenlöhne von 80 Euro plus sind hier keine Seltenheit und belasten das Krankenhausbudget enorm und dessen Refinanzierung treibt perspektivisch auch die Krankenkassenbeiträge weiter in die Höhe. 2022 beglichen die Krankenkassen fast 90 Mrd. Euro an Krankenhausbehandlungen.
Wer nicht genug Personal hat, kann nicht genug bettenführende Stationen betreiben, nicht genügend Patienten behandeln, nicht genügend profitabel wirtschaften, um mit Fallpauschalen über die Runden zu kommen. Das Resultat werden wir in wenigen Jahren sehen...
Pflege mag den Charme und Attraktivität vom Dienst an der Gesellschaft haben, in Zeiten von Corona wurde geklatscht und sich stark gemacht, viele Pflegekräfte gingen jedoch ohne Coronaprämie nach Hause und im daily business klatscht auch keiner. Pflege ist leider weder attraktiv noch lukrativ und hat zugleich keine Lobby.
Sonst stimme ich dir zu.
Allerdings bleibt Fachkraftmangel ein sehr punktuell begrenztes Phänomen und nicht wie medial suggeriert flächendeckend. Trotzdem finde ich die o. g. Entwicklungen bedenklich, denn gerade diese Marktanpassung wird unweigerlich dazu führen, dass es Einschnitte für viele geben wird.
Aber vielleicht back to topic, ich möchte nicht, dass hier Threads gesperrt werden.