Hallo Überwinterer, möchte kurz mal Klarheit ins Thema aufbocken bringen. Ob das Aufbocken, also die Räder über längere Zeit frei hängen zu lassen, gut oder schlecht ist hängt von der Art der Achslagerung ab. Wenn die Lenker (Querlenker, Längslenker, usw.) in eingepressten und oder verschraubten Gummilagern geführt sind, dann ist ein langes Entlasten der Räder nicht optimal. Grund: Wenn das Montagewerk, welches die Achsen montiert, oder die Werkstatt die mal Gummilager getauscht hat korrekt arbeitet, dann werden die Lager in der Lage eingebaut und verschraubt, in welcher das Fahrzeug später auf dem Boden steht. Diese Lage nennt sich K0 Lage und K0 steht für Konstruktionslage im Fahrzustand. In dieser Lage sind die Gummilager dann nicht verspannt. Wenn man bei korrekter Verschraubung entlastet (also Räder frei) dann sind die Lager in sich verdreht, was diese nicht ganz so mögen. Ist die Achse hingegen in Gelenklagern geführt, kann man ohne Zweifel die Räder entlasten. Am BMW E30 ist eine Entlastung weder vorne noch inten zu empfehlen, weil es an beiden Achsen Lager gibt, welche eingepresst montiert sind und sich in Folge dann verspannen. Ich hoffe und wünsche mir, dass dieser Hinweis nun auch dazu führt, bei Servicearbeiten darauf zu achten, dass bei Arbeiten an Lagern und Buchsen darauf geachtet wird, dass in K0 Lage verschraubt wird (Fahrzeug auf Hebebühne an Rädern anheben) und NICHT bei herunterhängenen Rädern. Dies merkt man in Fahrbetrieb (zumindest bei den Fahrzeugen wo sonst alles i.O. ist) und die Fahrwerksprofis sprechen in dem Zusammenhang von einer Elastokinematik die i.O. ist, oder eben nicht funktioniert. Diese Aussagen betreffen NICHT die Problematik der Standplatten bei Reifen die über einen längeren Zeitraum der Unbeweglichkeit entstehen können. Ich sage können! Selbst mein Zuffenhausener mit ganz weichen Reifen hatte noch NIE Standplatten, trotz länger Standzeit im Winter. Bei weiteren Fragen gerne melden