Alles ist relativ. Im Vergleich zum heutigen PKW-Gesamtangebot finde ich die aktuellen BMW-Limos designmäßig noch einigermaßen erträglich. Nach der Ära der Bangle-Exzesse geht es bei BMW wenigstens nicht weiter in eine völlig falsche Richtung. Allerdings, was die "X"-Modelle angeht, bin ich ja sowieso (und markenübergreifend) bekennender SUV- und SAV-Hasser. Und wenn man beim neuen 3er oder 5er die Niere und den Propeller abmontieren würde, könnte ich die Autos wohl auch nicht von einem Audi unterscheiden... Das Hauptproblem ist halt, dass das Design heute von der Marketingabteilung diktiert wird. Und die Marketingabteilung fragt den Kundengeschmack in erster Linie (oder überhaupt nur) in den wachsenden Märkten wie China, Russland etc. ab. Dazu steht ein guter Artikel in der aktuellen "Oldtimer Markt.". Da schreibt der Designprofessor Lutz Fügener unter anderem: "Also haben die Hersteller ihr Marketing losgeschickt, um diese neue Klientel zu fragen, welche Autos sie will, und die dann gebaut. Das Ergebnis waren große Limousinen, die aussahen wie chinesische Neujahrsdrachen. [...] Mit großem Werbeaufwand werden uns die Modelle dann schmackhaft gemacht. [...] Laut internen Herstellerstatistiken belastet das Marketing den Verkaufspreis eines Mittelklasse-PKW hierzulande inzwischen mit rund 5%. Über 1000 Euro blecht der deutsche Kunde also dafür, zu etwas überredet zu werden, was er eigentlich nicht will. Zum Vergleich: Der Kostenanteil des Designs bewegt sich im Promillebereich." Finde ich plausibel und deutet darauf hin, dass in nächster Zeit kaum mit Besserung zu rechnen ist. Ein Grund mehr, sich noch ein paar Autos aus der guten alten Zeit wegzustellen.