Das mit Fachkräftemangel ist denke ich ne andere Schiene als die Leiharbeiterschwemme. Es gibt einfach viele Bereiche die man nicht mal eben schnell mit Leiharbeitern abdecken kann. In der Produktion kein Thema. Vielleicht 5 verschiedene Handgriffe, und dann nonstop Wiederholung. Das bekommt fast jeder der will ohne Probleme in kurzer Zeit geregelt. Ich hab das auch mal 2 Monate lang bei der Takata in der Lenkradproduktion gemacht. Lenkräder und Airbags von irgendwelchen VWs zusammengesetzt. Sowas brauch ich nicht auf dauer. Alle 3 Minuten starrt man auf die Uhr wenn endlich die Schicht vorbei ist.... Aber um die z.B. Produktion am kacken zu halten, da siehts schon wieder ganz anders aus. Du kannst nicht einfach mal für 2 Tage nen Leiharbeiter Werkzeugmacher, oder Betriebselekriker holen. Bis die wissen wie der Hase läuft im Laden mit allen Werksinternen oder Maschinenspezifischen Knackpunkten, sind die ja quasi schon wieder raus. Leiharbeit macht eben nicht überall sinn. Ich bin seit den letzten Semesterferien zufällig in eine mittelständige Firma reingerutscht (~220 Arbeitnehmer) für Drahtkonstruktionen, insbesondere als Zulieferer in der Küchensparte (Spühlmaschinen, Herdeinlagen etc.). Ich hab mich da einfach mit ner Initiativbewerbung auf quasi nichts bestimmtes beworben. Nur mit dem Hintergrund was ich mache, kann und schon abgeschlossen hab etc. Die haben mich sofort mit Kusshand die ganzen Semesterferien beschäftigt. Ich war ein Tag im Werkzeugbau, und danach hab ich die Betriebselektrik Werkstatt übernommen. Es gibt/gab immer 2 Betriebselektriker, von denen wurde einer langfristig krank, und der andere "wurde krank" weil der eine krank war. Schon stand man da ohne. Und die haben händeringend ein Monat lang jemand gesucht, der das übernimmt. Und es hat sich keiner finden lassen. Trotz Festanstellungsangebot und keiner schlechten Bezahlung. Ich hab das dann die 2 Monate alleine übernommen, und seit dem häng ich da drin. Der der Krank war ist mittlerweile wieder da (quasi mein Chef, obwohl er das immer verneint), und ich (und ich meine ernsthaft ICH!, hab mit dem Chef zusammen einen neuen Mann dazu eingestellt. Nach 1,5Monaten Betriebszugehörigkeit als Student!) Nach der Semesterferienzeit bin ich jetzt auf Teilzeitbasis (Gleitzonenregelung ~ 800€) angestellt. Ich bin dort einmal die Woche planmäßig, und abunzu klingelt das Telefon halt außerplanmäßig auch mal Samstags, oder Abends, wenn die anderen nicht so gerne die Schicht übernehmen wollen. Das reicht Locker um meine 800€ für einen Monat voll zu machen, und ich brauch keine private Krankenversicherung mehr zu zahlen, und es geht was in meine Rentenkasse. Das ist für mich ne absolute Gewinnsituation. Hilft mir gut über die Runden zu kommen, und Spaß machts auch. Ich darf seit dem dort alle Maschinen nutzen, und hab nen Schlüssel für die komplette Firma. So kann, und darf, ich da einfach mal Sonntags rein und eine Fräsmaschine anwerfen wenn ich was brauch. Das ist doch super so. Das Betriebsklima ist top, man wird geschätzt, und auch dafür belohnt. So sollte die Arbeitswelt eigentlich sein - ne win win situation.