Ich finds immer schwierig. Schonmal selber sowas gehabt? Ich wurde mal von nem Rechtanwalt für Verkehrsrecht und zwei Lesbischen Damen angezeigt. Vorwurf: gefährliches Überholen. Kam Gegenverkehr aus der nächsten Kurve (ich hab meine und dessen Geschwindigkeit falsch eingeschätzt) während ich am Überholen war. Dann ich: vollbremsung und wieder eingeordnet. Kein Auto berührt. Kein Mensch zu Schaden gekommen. Tja: 2 Wochen später: Post. Angezeigt haben mich der vor mir fahrende "zu überholende" und die 3 Autos dahinter fahrenden Damen. Sonst niemand. Nicht der Gegenverkehr, nicht die Autos vor denen ich mich (blinkersetzend!!!!) wieder eingeordnet habe. Folgende Hintergründe: Zu Überholender war Rechtsanwalt. Bei seinem Bremsmanöver (das er zum Glück schnell wieder beendet hat) ist seine Kamera vom Sitz geflogen und er wollte ne Neue. Die 2 Damen haben mein Auto gesehen (an denen bin ich 6 Geraden zuvor vorbei gefahren) und fanden mein Verhalten matchohaft und leichtsinnig (tiefergelegter Proll-BMW, sagten Sie). Wie gesagt: Keine Berührung, kein Verletzter, erste Auffälligkeit meinerseits. Gibt noch zig tausend Details, diese brauche ich aber nicht um den Sachverhalt in Grundzügen zu schildern. Ich möchte hier auch NICHTS herunterspielen. Es war knapp. Definitiv. Wenn dem guten Mann seine Kamera kaputt gegangen ist, ist das traurig, dann gehört die ersetzt. Aber durch die Anzeige und anschließender Gerichtsverhandlung kam es dann für mich zu folgendem: 1.200,- € Geldstrafe 6 Punkte 9 Monate Führerscheinentzug Anordnung einer MPU (600,-) Vorbereitungskurs zur MPU (550,-) Anwaltskosten i.H.v. 1.800,- € (damals noch keine Rechtsschutz) und, was am schlimmsten war: Extreme Belastung des familiären Zusammenlebens. Meine Eltern wollten mich rausschmeißen, etc... Das haben wir bis heute nicht ganz verdaut. Da stand ich also da: 20 Jahre alt. 4.150,- € in den Miesen. Ohne Lappen. Ohne Ahnung wie es weitergehen soll. Ich will hier nicht auf die Tränendrüse drücken - ich habs verbockt, es war leichtsinnig, ich habs abgesessen und möchte hier nicht klagen. So ist das Rechtssystem. 3 Aussagen gegen eine. Aber, was ich will: Das hier Leute bevor sie jeden Fliegenschiss über sog. Online-Anzeigen (wurden hier ja auch schon "beworben") zur Anzeige bringen dreimal überlegen, wie schlimm es denn nun wirklich war: ist jemandem etwas passiert, war es Absicht des Anderen, ist etwas zu Bruch gegangen, stellt der jenige JEDERZEIT für andere Fahrer eine Gefahr dar? Wenn ihr das nicht mit 100%iger Sicherheit bejahen könnt, bitte: erstmal tief durchatmen. Nacht drüber schlafen. Da kommt am Ende evtl. mehr bei raus als ihr euch in der 3 minütigen Klickerei während ihr die Anzeige erstattet vorstellen könnt. Das kann auch Leben zerstören. Im o.g. Fall hätte ich den Fahrer jedoch auch angezeigt. Hier war ganz klar ein Vorsatz zu erkennen. So... Beste Grüße Chris