die welt ist halt nicht perfekt, micha. überall arbeiten menschen, die mal was vergessen, einfach mal doof verpennen oder krank werden. das ist halt so. da kann man sich drüber aufregen, aber es sinnlos, da es nicht zu ändern ist. die wut der kutscher entsteht ganz woanders. wir wissen alle, das disponenten als erstes das lügen lernen, und zwar so, das es nicht auffällt. sagt den fahrern doch ganz einfach, was wirklich sache ist, die meisten sind nicht so blöde, wie manche es immer behaupten, sie können es nur nicht leiden, verarscht zu werden. der zweite punkt liegt in den reichlich vorhandenen oberlehrern, hlfspolizisten oder schlichtweg mit dem autofahren überforderten. lkw fährt 90. 500 meter vor der ausfahrt wird überholt, 10 meter vorm lkw eingeschert und... ups, hier muss ich ja raus! bremse! ein lkw mit 40 tonnen ist kein golf gti, selbst wenn die zugmaschine über 500 ps hat. er muss bremsen, hinter ihm laufen die nächsten drei auf, der vierte und der fünfte ziehen raus und überholen trotz verbot. dahinter das grosse geschrei um die idioten im lkw. ein lkw fährt nur dann ökonomisch, wenn er gleichmässig rollt. jedes bremsen und wieder beschleunigen kostet sprit. wie oft hab ich schon da gesessen und mich gefragt, warum der spinner in seinem audi kombi da vor mir am beginn einer steigung erstmal schön auf 75 runterbremst? in solchen momenten versteht man, warum wir in deutschland so ein waffengesetz haben, wie wir es haben. es geht nicht um selbstmitleid oder gejammere der kutscher, es ist einfach der gedankengang "was macht der da vor mir? und warum?" warum lässt man seinen wohnwagen auf 100 km/h raufsetzen, wenn man dann eh nur knapp 80 im überholverbot fahren will? ist das son kleines hochgefühl, weil mama die letzten tage migräne hat? ich weiss es nicht, der da vor mir soll mir halt nur nicht im wege stehen. einfach nur mal ein wenig mitdenken. und da liegt meiner meinung nach das problem. mit steigender motorisierung im pkw muss man anscheinend nicht mehr so viel denken, man hat ja "recht". man kann es sich ja leisten. in deutschland hat es eine gewisse tradition, probleme mit verboten und strafen zu lösen. probleme löst man so nicht, man verlagert sie nur. wollte das mal so in einer aufwallung von furchterregendem selbstmitleid darlegen.