Ich möchte Euch hier kurz Teil haben lassen an den Erfahrungen, die ich mit dem im Titel genannten Umbau bisher gemacht habe. Vorab ein kurzer technischer Ausflug: Der M30B35 aus dem e34 besitzt ja serienmäßig einen Luftmengenmesser, welcher über eine Stauklappe mit angeschlossenem Potentiometer die durchströmte Menge der Luft misst. Diese Methode ist jedoch aus mehreren Gründen nicht optimal: Die Menge der Luft wird rein über das durchströmende Volumen bestimmt, also werden "Störgrößen" wie Lufttemperatur oder Luftdruck mit erfasst, womit der Messwert und damit die Motorsteuerung ungenau wird Die Stauklappe hat einen nicht gerade zu vernachlässigenden Gegendruck, der den Ansaugluftstrom gehörig einbremst. Der Miller MAF Da mich der Umbau auf einen Luftmassenmesser interessiert und mich sowieso genervt hat, dass der Luftmengenmesser an meiner M3 Dämmmatte scheuerte, habe ich mir vor drei Wochen einen Miller MAF aus Kanada bestellt. Man kann verschiedene Varianten bestellen, wie zum Beispiel für den M20 oder M30, mit Adapter zum Luftfilter oder ohne, mit frei programmierbarem Chip oder mit einem fertig gebrannten und für aufgeladene Motoren oder eben Sauger. Ich habe mich für die Saugvariante für den M30 (weil ich den Motor ja schließlich auch fahre ) mit Adapter und fertig programmierten Chip entschlossen. Lieferzeit Super schnell! Man zahlt zwar $85 für den Versand, aber ich habe Sonntag spät Abends bestellt und geliefert wurde er am folgenden Samstag morgens. Paketverfolgung gibt es zudem auch. Lieferumfang Luftmassenmesser in einem Rohr verschraubt, das Rohr ist wie der Messer Massenfertigung, vermutlich ist das Rohr von Mercedes. Dazu gab es den Chip für das Motorsteuergerät und den bestellten Adapter vom eigentlichen Rohr in Richtung Luftfilter. Der Adapter ist von bestechender Qualität, sauber aus Aluminium gedreht, schwarz eloxiert und absolut passgenau. Leider nicht mit dabei war die Umbauanleitung, die ich mir (in Englisch) von der Homepage selber runter laden und ausdrucken musste. Kosten Die aktuellen Kosten findet man auf der Homepage von Miller Performance. Nett war, dass die Zolldeklaration seitens Miller "leicht" unter dem Kaufwert war, was die Zollkosten drückte. Der Umbau Der Umbau selber ist meiner Meinung nach selbst für Laien zu bewerkstelligen. Der mechanische Umbau des MAF wirft eigentlich keine Fragen auf, man muss auf die richtige Steckerrichtung achten. Sehr schön ist, dass beim M30 sogar der originale Stecker ohne Abänderung passt. Im Motorsteuergerät muss der Chip getauscht werden, welches ebenfalls sehr einfach ist. Man muss lediglich die Haltenasen auf der Unterseite aufbiegen, den Deckel entfernen und dann den gesteckten Chip wechseln. Dummerweise hatte ich das falsche Motorsteuergerät. Die ersten e34 M30B35 Motoren hatten ein anderes Motorsteuergerät mit zwei übereinander liegenden Platinen (150er). Der Chip funktioniert aber nur mit der neueren Variante (179er). Glücklicherweise kann man beide Steuergeräte ohne weiteres gegeneinander tauschen. Mit einem gebrauchten 179er aus der Bucht war das Problem dann auch erledigt. Wovor man als Laie sicher am meisten Respekt hat ist die Änderung am Stecker des Motorsteuergerätes. Hier wird aber nur ein einziges Kabel des Luftmengenmessers abgeschnitten und auf eine Zündungsplus-Leitung am Stecker gelötet. Man sollte also geringfügige Löterfahrungen haben. Der komplette Umbau lässt sich mit entsprechender Vorkenntnis in einer Stunde bewältigen. Das Ende vom Gelände Tja, und was bringt die ganze Aktion nun? Nachteile Keine absolut originale Motorraumoptik mehr Vorteile Gewichtsersparnis. Nicht lachen, der MAF spart etwa 2 kg auf der Vorderachse! Mehr Platz zur Motorhaube. Der Miller MAF baut deutlich niedriger als das originale Gehäuse des Luftmengenmessers. Der Motor läuft im Leerlauf nun ruhiger, was aber durchaus auch am Wechsel vom 150er (DME 1.1, alte Generation) auf 179er (DME 1.3, neuere Generation) liegen könnte Mehr Drehmoment. Ja, man merkt, dass sich da was getan hat. Durch mein sehr leichtes Schwungrad (6,4 kg) verliert mein Motor unten rum viel Drehmoment. Mit dem Miller MAF hat sich da eine deutliche Änderung im niedertourigen Durchzug aufgetan. Der M30 zieht nun merkbar sauberer und mit weniger Murren von ganz unten raus. Drehwillig! Und das ist der wirkliche Unterschied. Das ganze Antriebssetup ist deutlich drehwilliger und macht im Vergleich zu vorher noch mal eine Schippe mehr Laune. Fazit Der Umbau ist sicher nicht ganz günstig. Um aber so deutlich spürbare Änderungen an der Motorcharakteristik zu erhalten muss man auch in anderen Bereichen sicher ähnlich tief in die Geldbörse greifen. Ich für meinen Fall bin jedenfalls begeistert und bereue den Umbau auf keinen Fall. Ich hoffe mit dem kleinen Bericht dem einen oder anderen weiter geholfen zu haben :)