Was glaubst Du, wer was heutzutage alles schlachtet... Mein Teilelieferant schlachtet einen 320i Edition S, nur weil es sich für ihn nicht lohnt, den Wagen wieder instand zu setzen, um ihn gewinnbringend zu verkaufen. Er schlachte einen touring mit sehr reichhaltiger Sonderausstatung, nur weil die Extras bei ebay mehr bringen, als der komplette Wagen auf dem Gebrauchtwagenmarkt. Gewinnmaximierung nennt man so etwas... Um mal ganz realistisch (knallhart, offen und ehrlich) die derzeitige Situation zu beschreiben: 1. Es gibt noch zu viele e30 auf dem Markt. 2. Der e30 ist im Straßenbild ein Old Eimer, zum Oldtimer zu jung, als Gebrauchtwagen zu alt - Otto-Normal-Verbraucher fährt da lieber einen jüngeren Wagen, damit der Nachbar was zum schauen hat (Neidfaktoren usw.). Bleiben nur noch die e30-Liebhaber. 3. Vielen ist der Aufwand, ein Auto bei einem Defekt wieder instand zu setzen, zu hoch. Sei es, weil die Kapitaldecke zu dünn ist, oder weil es noch immer ein Überangebot an Fahrzeugen gibt (ob die Fahrzeuge auch tasächlich gut sind steht "auf einem anderen Blatt"). 4. Der Marktwert des e30 ist noch viel zu niedrig. Die Fahrzeuge sind inzwischen fast 20 Jahre alt - wer will denn, außer uns Liebhaber - denn noch so ein altes Auto fahren? Meist zieren doch diverse Defekte die noch verbliebenen Fahrzeuge, die erst beseitigt werden müssen (Ausnahmen bestätigen die Regel). Ein e30 ist inzwischen kein normaler Gebrauchtwagen mehr, den man einfach am Wochenende in der Tageszeitung findet. Umgekehrt ist es genauso: Einen e30 verkauft man nicht mal eben am Wochenende über die Tageszeitung - so ein Auto kann unter Umständen auch mal länger stehen, bis es verkauft ist. Erschwerend hinzu kommt, daß der gewerbliche Gebrauchtwagenmarkt inzwischen von Ölaugen und Teppichfliegern dominiert wird, die die Preise sowieso "in Grund und Boden reden" (Kollägga, machään gutte Praiiis, wasss iss lättzttäää Praiiis?).