Die letzten drei Tage habe ich zusammen mit Stephan320iS meinen M30 zerlegt um mal endlich etwas Klarheit darüber zu bekommen, wie es im Inneren des Motors aussieht. Zu den Fakten: der M30B35 stammt aus einem '87er 535i mit einer Laufleistung von ca. 300.000 km, ist aber offensichtlich schon ein Austauschmotor, da überall auf Kopf, Block und Anbauteilen des Rumpfmotors 92 oder 93 steht. Die eigentliche "Motorperipherie" ist aber von 87, was die Angaben des Verkäufers auch glaubhaft macht. Die wirkliche Laufleistung lässt sich demnach leider nicht ermitteln, sollte aber deutlich unter 300.000 km liegen. Im e34 habe ich den Motor leider nie laufen sehen, aber in meinem e30 lief er ein mal kurz zu Testzwecken: Hier nun mal zu den festgestellten Schäden. Nockenwelle Erster Zylinder Nocke am Auslassventil um ca. 0,5mm eingelaufen, Einlassnocke etwas weniger, aber auch deutlich spürbar. Die restlichen Nocken sind soweit ziemlich gut. Kipphebel Die sind fast alle ziemlich fertig, fast alle haben mehr oder minder ausgeprägte Wellen. Zylinderkopf Schön goldig, kein Ölschlamm, Nockenwellenlager soweit ziemlich gut. Ventile Klar, halt dreckig, aber nach dem "Dieseltest" sind nur bei Zylinder 2 Einlass- und bei Zylinder 3 Auslassventil undicht. Durch neu Einschleifen (was ich sowieso gemacht hätte) wäre das wohl einfach zu beheben. Kolben Die Kolben haben leider alle sechs einige Laufspuren, teilweise so stark, dass die Rillen vom Drehen nicht mehr zu spüren sind. Pleuellager und Hauptlager Ein paar Pleuellager sind bis auf Stufe 3 durch, die Hauptlager fast alle in Ordnung, kommen aber sowieso alle neu. Kurbelwelle Die ist ziemlich gut, hat nur ein paar vernachlässigbare Pittings und minimale Auswaschungen. Zylinderlaufbahnen Ein weiteres Sorgenkind neben den Kolben. An allen sechs Zylindern sind die Laufspuren der Zylinder zu sehen, an zwei sogar etwas zu spüren. Dort ist der Kreuzschliff auch quasi weg. Zudem haben drei der sechs Zylinder Bläuungen am UT, sind dort als mal ziemlich heiss geworden. Bei allen sechs Zylindern sieht man beim OT ausserdem deutlich die Spuren der Kolbenringe, aber nicht so stark, dass der Kreuzschliff dort weg wäre. Mein Ziel ist es, am Ende einen Motor zu haben, der mindestens weitere 100.000 km klaglos seinen Dienst verrichtet. Der M30 ist kein Hochleistungs-Sportmotor, das ist mir auch klar. Am Geld soll es auch nicht scheitern. Meine Optionen so weit Ein Teil meint, der M30 kann das ab. Also neu lagern, neue Kolbenringe, neue Nockenwelle mit Kipphebeln. Kostenpunkt: ca. € 2700,- mit BMW Neuteilen Ein anderer Teil meint, wenn ich sicher gehen will, sollte ich auch noch den Block honen und neue Übermaßkolben verbauen bzw. ein BMW AT-Kurbelgehäuse mit Kolben verbauen. Mehrkosten zu oben: zwischen ca. € 800,- (honen mit Übermaßkolben) bis € 1050,- (BMW AT Teil) Ich meine, wenn ich wirklich alles oben genannte neu machen müsste, kann ich auch gleich einen kompletten BMW AT-Motor kaufen. Der liegt bei knapp unter € 5.000,- (genaue Preisauskunft steht noch aus). Was meint ihr? Andere Ideen, Meinungen, Vorschläge?