Da ich ja auch möglichst alles selber mache, hab ich das mit dem Kreuzgelenk-Tausch jetzt auch mal probiert, so nach dem Motto:
Alle haben gesagt das geht nicht, bis einer kam, der das nicht wußte, und es einfach gemacht hat !
Und siehe da ---> es ist machbar ! (muß ja, gibt ja schließlich die passenden Gelenke einzeln)
Nach dem Defekt des hinteren Gelenks bei ca. 600.000 km (da hab ich noch das ganze hintere Wellenstück getauscht) war nun bei 727.000 km das mittlere Kreuzgelenk kaputt. Da ich aber momentan an meine Ersatzteilsammlung teilweise nur schwer herankomme (alles mit vielen anderen Sachen in eine Garage "gepresst", und dann sind die Teile (und das Fett drin) ja auch schon 30-40 J alt), und da ein neues Gelenk nur 14 € (inkl. Versand, über ebay) kostet, hab ich das (nach bissl schlaulesen und Videos guggen, allerdings von anderen Fahrzeugen, bei BMWs macht das anscheinend doch niemand. Hier gab's bis jetzt die meisten Infos.) kurzerhand mal in Angriff genommen.
Kardanwelle ausbauen muß man ja so oder so, und der Mehraufwand "Kreuzgelenk tauschen" ist gar nicht mal soo schwer !
Hab vorher mal gemessen, wie tief die Hülsen jeweils in den Kardanwellenaugen drin waren: war etwa gleichmäßig um die 5mm rum. Aber so richtig genau ist dieses Maß wahrscheinlich gar nicht, da die 4 Augen eher schmiederauh sind und nicht exakt bearbeitet, daß sie als präziser Anhaltspunkt taugen. Hab die neuen dann einfach wieder gleichmäßig auf ein ähnliches Maß eingepresst/-geklopft.
Sicherheitshalber auch mal die Stellung der beiden Wellenteile markiert (keine Ahnung ob das wichtig ist, im Kardanwellenwerk nehmen die's bei Erstmontage ja wahrscheinlich auch wie's grad kommt.)
-- Sicherungsringe sind da keine drin, der Rand der Hülsen sieht nur so etwas danach aus. Die Hülsen haben nur die reingepressten Metallgrate als Sicherung.
-- Man muß das Kreuz inkl. "Nadelhülsen" (der "Topf", in dem die Nadeln drin sind) auf eine Seite kloppen (ok, eleganter wäre wohl pressen, die kleinen Sicherungs-Verpressungen geben dabei ohne Problem nach) und dann die dann nach innen überstehende Hülse mit Hammer/Meißel/Zange soweit zerstören, bis sie locker wird/ist und man sie inkl. Nadeln ganz entfernen kann. Das ganze 4x, und "schon" ist das Kreuz draußen Das verbliebene Fett war übrigens in der Konsistenz schon im Bereich von "zäh-pappig" bis "bröselig" und die Lagerstellen alle mehr oder weniger eingelaufen.
-- Dann die Bohrungen etwas saubergefeilt (Reste der Sicherungsverpressung und groben Rost weg)
-- Dann die 1. Nadelhülse von außen rein. Aber nicht zu weit, damit man das Kreuz noch einsetzen kann ! Denn Hülse wieder zurückschieben ist zu vermeiden ! Dann auf der anderen Seite die Nadelhülse etwas reingepresst.
-- Dann das Kreuz etwas in die 2. Hülse rüberschieben, so daß es von beiden Hülsen geführt wird und es sich nicht mehr verkanten kann beim weiteren Einpressen der beiden Hülsen (weiter oben hatte ja einer was von der Gefahr verbogener Nadeln geschrieben. Aber mit bissl Geschick + Gefühl (anstatt roher Gewalt) ist das gar nicht schwer. Reingepresst hab ich übrigens alles mit 'nem ganz normalen mittelprächtigen Schraubstock bis die Hülsen bündig waren. Dann mit passender Nuß die Hülsen gleichmäßig die weiteren ca. 5mm reingekloppt. Und als es dann doch zu stramm war, einfach das eine Auge aufgelegt und auf das gegenüberliegende einen kleinen Hammerschag . . . und schon war das Kreuz wieder leichtgängig (und evtl. auch gleich mit dem passenden Spiel eingestellt ). Die andere Hülsenpaarung dann genauso . . . und schon isses fertig. Ok, Rundlauf konnt' ich mit Heimschraubermitteln jetzt nicht prüfen bzw. hülsenverschiebend einjustieren. Als Sicherung hab ich nur etwas Sekundenkleber auf die noch leicht rauhen Wellenaugen gegeben, denke da hält (seit ca. 1000 km jedenfalls hält's).
-- Aber jetzt kommt's: ordentlich Vibrationen bei der Probefahrt Sch...., war jetzt doch alles für die Katz ? Fingen bei 60 km/h an und ließen erst bei 120 km/h wieder nach . . . hab ich etwas rumüberlegt . . . viel Gewichtsblech ist da ja jetzt nicht unbedingt angeschweißt bei fabrikmäßiger Herstellung---> probier' ich das doch einfach mal mit ganz normalen Schlauchschellen ---> ringsrum gleich schwer und die Verschraubung ist dann das Auswuchtgewicht ! Auto wieder hochgebockt, Kat nochmal raus, Hitzeschild weg, Kat wieder rein und aufgebockt mal Tempo 90 gefahren, um das Popometer zu justieren. Ja, entspricht auch hochgebockt den Vibrationen im Fahrbetrieb. Dann eine Schelle auf die Welle (vorne drauf und hintergeschoben und direkt neben dem neuen Kreuzgelenk festgeschraubt), und erneute hochgebockte Probefahrt. War schlimmer als vorher = falsche Position ---> Schelle verdrehen, hab mich dann durch Verdrehen (man kommt ran mit 6mm-steckschlüssel, Kat kann dranbleiben, nur bissl aufpassen, wird mit jeder "Probefahrt" wärmer) und probieren an die optimale Position rangetastet. War dann auch bald nix mehr zu spüren ---> die 1 Schelle an der richtigen Position war schon ausreichend.
Im Straßenfahrversuch dann auch (1000 km bis jetzt, alles ok).
Fazit: kann man durchaus selber machen (man muß es sich nur zutrauen und halt auch machen wollen !)
Kosten: nur 14 € und 1 Schlauchschelle
(ok, und die Zeit halt, aber die Erfahrung inkl. Erfolgserlebnis war mir das auf jeden Fall wert ! )
Aktualisierung Langzeit-Test: funktioniert jetzt (Juni 2026) schon seit ü 1 Jahr/21.000 km ohne Probleme ---> taugt !