Die eingebaute Obsoleszens. Was sich zuerst wie Klugscheisserei anhört, ist auf den zweiten Blick eine durchaus interessante Produkt- und Marketingstrategie. Ohne zuweit abdriften zu wollen - die Diskussionen über den einen oder anderen Hersteller vs. Original BMW-Teil sind hier zur Genüge durchgekaut worden - man kann sich an den Vertriebskanälen durchaus orientieren. Ein Fahrzeughersteller hat kein besonderes Interesse daran, dass seine Produkte lange halten. Warum auch? Von Image kann man sich nur bedingt etwas kaufen, es ist zwar teuer aber das nützt nur kurzfristig etwas wenn ich das Produkt nur einmal verkaufe. Der Internethändler ist relativ anonym, Image spielt hier überhaupt keine Rolle, so lange tritt ein Händler im Internet gar nicht auf. Er kauft große Mengen (B-Ware), extra für diesen Kanal produzierte Ware (Fernost-Repro) und versucht durch möglichst hohe Umschlagsgeschwindigkeit den Abverkauf zu organisieren. Eine Reklamation ist dafür relativ unkompliziert (weil einkalkuliert und vorprogrammiert). Eine Werkstatt hat direkten Kundenkontakt. Wird an ihrer Qualität der Reparatur gemessen und ob der Schaden dauerhaft behoben ist. Egal, ob markengebunden oder nicht, der Hersteller hat nicht den Kontakt zum Endkunden, sondern zur Werkstatt. Und wenn dem Meister vom Kunden die Schuhe aufgepumpt bekommen hat, weil das Lager, Gummi etc. nach wenigen Wochen oder Monaten wieder hin ist, dann hat diese Reklamation eine ganz andere Qualität. Niemand will, das wir Autos selbst reparieren, sondern Autos konsumieren.