Die Frage ist, was man mit dem Wagen machen möchte. Kaputten Wagen kaufen, selbst "instandsetzen" und für ein mehrfaches zu verkaufen, funktioniert meist nur auf DMAX, sofern der Wagen kein Schnapper war. Und bei einer Restauration ist oft auch kaum von einem 0-Geschäft die Rede. Vielmehr zahlt man drauf. Nur warum restauriert man dann, wenn man keinen Gewinn macht? Das kann ich dir aus meiner Sicht sagen: Der 0815 E30 kostet mittlerweile selbst im schlechten Zustand Kohle. Aus meiner Sicht Kohle, die ich nie für ein Wrack zahlen würde. Oft werden 316er Luftpumpen die nicht mahl mehr anspringen für über 2k angeboten. Ich habe mich letztens erst mit einem in der Wolle gehabt der meinte, sein nicht mobiler 2-Türer ohne TÜV, mit Schimmel im Innenraum und Frontbumser sei mindestens 2500€ wert, weil alleine eine Chromstoßstange 1000€ wert ist. Somit war das Thema sofort für mich erledigt. Denn für so einen Haufen würde ich maximal 400€ zahlen. Ganz ehrlich.... Aber den Haufen für relativ so wenig aber genug Geld kann man sich schon antun. Ich bin der Meinung, man weiß woran man ist, wenn man den Wagen selbst restauriert hat. Also zerlegen und ALLES machen. Und nur zerlegt und gemacht ist er dann auch rostfrei. Klar kostet das Geld, aber dann hat man wirklich was gutes da stehen. Als Beispiel, ein sehr guter originaler "100% rostfreier" E30 liegt schon längst im deutlich 5-stelligen Bereich. Nur 100% rostfrei gibt es einfach nicht. Wie soll das auch bei einem 30-jährigen Wagen gehen? Spätestens wenn man unter den Teppich guckt, stößt man auf braunen Blätterteig. Mal mehr, mal weniger. Es ist halt wirklich die Frage, was habe ich damit vor. Für immer behalten? Was spricht dann gegen eine Restaurierung? Der Gewinn oder Miese dürfte wohl da keine Rolle mehr spielen. Und hier kann man sich auch austoben und machen, was einem gefällt. Vom Motor bis Lackierung spielt hier nix mehr eine Rolle. Achtung, denn selbst das Umlackieren eines anderen originalen Farbtons sehen potentielle Käufer eines Klassiker als guten Grund, den Preis zu drücken. Du kannst dir also beim Restaurieren einen E30 zusammenbauen, wie du ihn damals mehr oder weniger bestellt hättest. Also würde sich hierfür ein günstiger ehrlicher restaurierungsbedürftiger E30 ganz gut anbieten. Motor wäre dann fast wurscht, z.B. beim Vierzylinder eh egal ob der Motor noch läuft, sofern man eh einen großen Motor haben möchte. Also nackig machen und alles begutachten bzw. instandsetzen. Beim Bauen für die Ewigkeit gibts keine Grenzen sagt man. Ich sage aber, man kann es auch übertreiben. Denn die Teile sind damals einfach zusammengefault, weil es nur Gebrauchsgegenstände waren und meist nicht die Pflege bekamen, in einer feuchten Garage standen oder regelmäßig Salz gesehen haben. Da kann man dann selbst abwägen, was vielleicht nicht viel Sinn machen würde. Meiner hat damals (2005) unter 200€ gekostet. Er stand sehr gut da, allerdings mit Kipphebelbruch am M20. Eines Tages habe ich ihn dann zerlegt und unter dem ach so tollen Blechkleid mit Lackschäden kamen die ganzen Murxereien hervor. Und wie bereits gesagt, das Äußerliche und eine ach so hohe Verkaufssumme ist kein Garant für kaum vorhandenen Rost und verborgene sonstige Schäden. Aber bedenke, Ausstattung und originale M20-Teile kosten mittlerweile ziemlich viel, wenn man die Teile aufrüsten möchte. Für mich auch nicht nachvollziehbar, was einen M20B25 mit deutlich mehr als 200.000km fast 1800€ wert macht. Es gibt aber auch seltene Verkäufer, die solche Mondpreise nicht verlangen. Und ich habe weder im Lotto gewonnen, noch kenne ich mich mit Karosseriearbeiten aus. manches muss ich halt in fremde Hände geben, dann ist es aber auch gescheit gemacht und habe lange Freude an meinem E30. Es macht also dennoch Sinn, einen E30 zu erhalten. Würde behaupten, vielmehr macht es keinen Sinn, ein Neufahrzeug zu kaufen, um es 2 Jahre später mit massiven Wertverlust zu verkaufen.