Man betrachte sich einmal die Entwicklungsgeschichte von Getrieben.
Die Automatikgetriebe hatten stets einen Gang weniger als die parallelen Schaltgetriebe. Grund: Der Wandler braucht eine Drehzahldifferenz zwischen Eingang und Ausgang, um Kraft übertragen zu können. Diese Differenz lässt sich mit einem "normalen" 1. Gang eines Schaltgetriebes nicht herstellen. Also ließ man ihn weg - und schon funktionierte es. Klar, der nötige Schlupf (Drehzahldifferenz) bedeutet Wirkungsgradverlust - und damit Mehrverbrauch (kennt jeder Automatikfahrer eines Klassikers).
Beim 3-Gang Automatikgetriebe war die Auslegung parallel zum 4-Gang-Schaltgetriebe. Man erreichte die Höchstgeschwindigkeit im obersten Gang. Dann kam aber der Wunsch nach Verbrauchsminderung (und frühe Abgasvorschriften!). Also erweiterte man die Getriebe mit einem "Schongang", der für eine Drehzahlminderung sorgte. Die Höchstgeschwindigkeit ließ sich damit nicht mehr erreichen!
Das Zurückschalten in den 3. Gnag des Automatikgetriebes (entsprechend 4. Gang des Schaltgetriebes) ist also völlig normal!
Später wurden die Abgasregeln schärfer - und die elektronischen Möglichkeiten größer. Und das fahren lästiger... Mein E21 323iA (hohe Verdichtung - braucht Super+) rennt wie der Teufel und hängt sauber am Gas (trotz nur 3 Gängen), mein 325iXA ist dagegen eine lahme Krücke (trotz nominell 27PS mehr), weil nicht nur das Mehrgewicht und der Wirkungsgradverlust des Allradantriebes Leistung kostet, sondern weil insbesondere das Getriebe mit seinen mittlerweile elektronischen Vorgaben den Motor fesselt (z.B. Kickdown) und nicht zur Drehzahlauslegung des Motors passt, dessen Drehzahlniveau stark stieg, weil BMW die angegebene Nennleistung hoch halten wollte trotz Absenkung der Verdichtung (seinerzeitig Umstellung auf bleifreies Bezin per Gesetz), dies aber in den 80ern nicht bei der Getriebeauslegung berücksichtigte. Heute ist dieses Auto die alltägliche "Einkaufstasche" meiner Frau... Tolle Beschleunigung wird diesem Auto nicht mehr abverlangt...
Klaus