Eine bestandene AU ist kein Nachweis einer Euro-Norm und der dafür geltenden Grenzwerte. Als Vergleich kann aber der Spender herangezogen werden.
Aber: Zusätzlich spielen hier Achsübersetzungen (Getriebeabstufung, Differential) eine wichtige Rolle. Das muss passen.
Die Eintragungen müssen zumindest bei uns fotografisch dokumentiert werden. Zusätzlich werden eben diese Eintragungen dann im Nachgang nochmal stichprobenartig überprüft. Zu Beginn der Tätigkeit werden sogar nahezu alle Dienstleistungen überprüft.
Für Bremsanlagen muss ein Nachweis über das Bremsverhalten erbracht werden. Die Formulierung ist aber eher schwammig. Zumindest lest es sich so. Hier gelten natürlich auch die Werte für die Mindestabbremsung nach Klasse und Baujahr.
Es gibt einen umfangreichen Anforderungskatalog für Eintragungen mit festen Grenzwerten der Leistungserhöhung.
Ab (ich glaube) 40% muss ein Nachweis über die Festigkeit der Bauteile und der Karosse erbracht werden. Faustformel: 2000 km am Ring. Wenn da nichts gerissen/gebrochen ist wird der Umbau abgenommen.
Was hilfreich ist sind Tuningfahrzeuge von Kelleners, Hartge und Alpina usw...
Den die können als Vergleich herangezogen werden.
Habe so meine Hartge Nachbau-Abgasanlage im 323i realisiert.
Womit wir beim nächsten Thema sind:
Die Geräuschmessung muss im Stand und im Fahrbetrieb ermittelt werden. Hierzu ist eine eingemessener Streckenabschnitt notwendig. Den hat kaum eine Prüfstelle.
Ich schätze das jede 2. Motoreintragung fehlerhaft ist und vor Gericht kann einem das unter Umständen auf die Füße fallen.
Ein H-Zulassung nach Paragraph 23 ist bei einem 335i kein Problem. Ein schön eingebauter M30 sieht aus wie ab Werk. Und den 333i gab's ja wie den B6 als Serienfahrzeug. Auch ein Gewindefahrwerk ist kein Problem, sofern es kein KW V3 oder was optisch neumodernes ist.
Was ein Problem ist ist der Wissensstand der Prüfer. Bei alten BMW bin ich relativ fit und kenne Bauteile an der Ausführung. Bei z.B. Harley Davidson muss ich passen. Ihr könnt nicht verlangen das man einen breiten Wissensschatz über alle Marken hat. Zusätzlich kommen noch Bereiche wie LKW und KOM und LoF.
Also habt ein bisschen Nachsehen. Bei uns selektieren wir nach Wissensstand. Alle alten BMW kommen grundsätzlich zu mir. Für Porsche hab ich einen guten Mitarbeiter, der einen 930er Turbo restauriert, und hierfür fit ist. So ziehen wir das, relativ erfolgreich, durch. Und die Kunden sind (meist) zufrieden.
Ich bin ehrlich - wenn ein Ranz-E30 kommt, bei dem Kabel rumhängen und Linglong Reifen montiert sind hat man nicht wirklich Lust sein ganzes Engagement in die Sache zu stecken. Das gilt sowohl für Eintragungen als auch Wertgutachten.
Die effektive Arbeitszeit an einer Sache kann man hier sowieso nicht vollumfänglich berechnen.
Da verschwimmt Hobby mit Beruf und dann ist das für beide Seiten okay.
PS:
Ich kann absolut verstehen wenn manche Kollegen Eintragungen ablehnen. Es ist meist nichts verdient und die Umsetzung ist eher mäßig bis schlecht. Die Konsequenzen stehen in keinem (absolut keinem) Verhältnis zum Ertrag. Es ist wie hier im Forum - viele Anfragen aber nur wenige setzen den Umbau dann um. Das kostet Zeit und Geld.
Man ist immer gewillt zu helfen aber manch einer meint, er ist schlauer als sein Gegenüber. Nach zwanzig E30 braucht mir keiner sagen, dass gewisse Blechteile der Bodengruppe ab Werk so verbaut waren. Vor allem bei Wertgutachten kommt dann oft die Enttäuschung. Leider gibt es viel zu viele Kollegen die sehr inflationär mit der Note 2 umgehen. Das Resultat spiegelt der Markt wieder- mit Mondpreisen für Schrottautos.
Abschließend möchte ich erwähnen, dass die Regularien und Kontrollmechanismen strenger geworden sind. Das ist oft der Grund dass man es sehr genau nehmen muss. Dies liegt nicht am Charakter des jeweiligen Prüfers. Der will Abends ruhig schlafen und Morgens wieder arbeiten.
Man stelle sich die Situation andersherum vor - würdet Ihr die Eintragung mit allen Konsequenzen und Risiken absegnen? Es sollte einfach stimmig sein.