Eigentlich ist jetzt der richtige Zeitpunkt, einen E 30 vollständig zu restaurieren! Noch befindet sich nach deinen Aussagen das Fahrzeug in einem ordentlichem Zustand. Noch sind größtenteils alle erforderlichen Teile als Neuteile verfügbar. Und was Du nicht mehr als Neuteil bekommst, wird sich sicherlich noch als guterhaltenes Gebrauchtteil auf dem freien Markt finden lassen. Mit Vollrestauration meine ich eigentlich nicht nur "mal eben schweißen und neu lackieren," sondern das Fahrzeug komplett zu zerlegen, um es sinnvoll zu restaurieren. Das beinhaltet auch die komplette Technik und die Innenausstattung. Dann solltest Du Dir allerdings im Klaren sein, welcher Arbeitsaufwand und fianzieller Aufwand auf Dich zukommt! Du kannst schnell die Schallmauer in den fünfstelligen Bereich durchstoßen und der Wagen kann "ein klein wenig länger" als ein paar Monate als zerlegte Baustelle in der Halle/Garage stehen. Eine Vollrestauration ist nicht nur eine finanzielle, sondern auch eine zeitliche und psychologische Großaktion. Denn irgendwann stehst Du "im Tal der Tränen," in dem Du entweder genervt aufhörst, weil es zu viel geworden ist. Oder Du ziehst es durch, teilweise "ohne Rücksicht auf Verluste." Du wirst erfahren, wo man Geld einsparen kann und wo es sinnvoll ist, nicht auf den Euro zu achten! Bei der Lackierung ist es beispielsweise sinnvoll, etwas tiefer in die Tasche zu greifen. Ich habe oft genug von abgebrochenen Restaurationen gehört oder gelesen. Es war oft genug zu erfahren, daß solche Projekte entweder das Budget, den zeitlichen Rahmen oder die Möglichkeiten des Restaurators überschritten, bzw. gesprengt haben. Ich habe selbst Anfang der 90er einen 2002 restauriert. Bereits zu diesem Zeitpunkt waren nicht mehr alle Teile oder Unterlagen verfügbar. Teilweise habe ich monatelang nach Kleinteilen gesucht. Dagegen ist der Teilemarkt im E 30-Sektor das reinste Schlaraffenland! Ich habe auch das von mir gesteckte Budget und den Zeitrahmen überschritten. Ich stand auch vor einem rot/braunem Gerippe und habe mich gefragt, warum ich mir dies antue. Der Lohn für viel Geldeinsatz, Geduld, Blut, Schweiß und Tränen war ein nicht mehr alltägliches Auto. Damit Du Dir überhaupt bewußt wirst, was auf Dich dabei zukommt, solltest Du Restaurationsberichte andere Enthusiasten in der Zeitschrift "Oldtimer Paxis" lesen. Dort wird teilweise recht eingehend auf die "Nebenwirkungen" einer Restauration eingegangen.