Daß der Tüv die Untersuchungen nun verschärft hat, kann ich ja verstehen - ja sogar befürworten. Was zum Teil auf deutschen Straßen fährt, sollte nicht mehr am Straßenverkehr teilnehmen. Wenn ich höre "lasierte Rückleuchten, abgesägte Federn, Federwegsbegrenzer," oder auch "nicht eingetragene Umbauten, rostige Bremsleitungen" bekomme ich graue Haare. Daß hier bei einigen Tüv-Prüfern eine "Marktlücke geschlossen" wurde, indem sie "brutale Umbauten" genehmigten, ist dann nicht nachvollziehbar. Jeder Fahrzeughalter muß dies auch mit seine Gewissen vereinbaren, ob Veränderungen an seine Fahrzeug so verkehrssicher sind, daß (nicht nur in Ausnahmesituationen) von seinem Fahrzeug keine Gefahr für den (inzwischen stark angeschwollenen) Verkehr aus geht. Die regelmäßigen Tüv-Untersuchungen werden seit 1960/61 durchgeführt. Ich habe dazu mal einen Bericht in der a-m-s aus dieser Zeit gelesen. Seinerzeit war die Unfallquote aufgrund von technischen Mängel derart hoch (z.B. völlig abgefahrene Reifen oder selbstgebaute Fahrzeuge), daß diese Untersuchungen notwendig erschienen. Ich ziehe mir mal den Schuh bezüglich der Eintragungen von Sonderräder an: Vom Prinzip ist das völlig richtig! Aber in meinem Fall handelt es sich - mal abgesehen von den Alpina-Rädern - ausschließlich um originale Radreifenkombinationen, die wenige Monate später nach Auslieferung meines Fahrzeuges ab Werk bereits eingetragen waren. Zumal der Wagen nicht tiefergelegt ist, also Serienhöhe hat... Wo ist hier die Verhältnismäßigkeit? Es ist auch klar, daß der Staat die "alten Autos" von der Straße haben will, schließlich sollen wir ja konsumieren, konsumieren und nochmals konsumieren, damit das Bruttosozialprodukt steigt. Das war auch vor einigen Monaten wieder einmal der Grund, warum die regelmäßige Untersuchung bei Fahrzeugen, die älter als 7 Jahre sind, auf ein Jahr zu verkürzen. Die Automobilclubs haben dies glücklicherweise verhindert - es hätte die Kosten für Tüv-Gebühren um 100% erhöht (oder glaubt jemand, daß die Preise für Prüfungen um 50% gesenkt würden?). Lag noch vor rund zehn Jahren das statistische Durchschnittsalter der in Deutschland zugelasenen PKW bei 13,3 Jahren, liegt es heute bei rund 8 Jahren (Tendenz wieder ansteigend, weil immer weniger Bürger das Geld haben, ein jüngeres Auto zu kaufen).