In den letzten 50 Jahren ist die persönliche Entscheidungsfreiheit immer größer geworden. Das Streben danach, sich von jedem Sachzwang zu befreien oder "wenigstens die Kinder", kennt eigentlich keine Grenzen. Ich bin erst 22, aber ich bin schon müde mich dauernd zu entscheiden. Oft wünsche ich mir nichts mehr, als eine klare Lage, auf die ich reagieren kann, aus der ich "das beste machen" kann. Je mehr Möglichkeiten sich einem bieten, desto schwieriger wird es der Erwartung (egal ob der eigenen oder der Umgebung) zu entsprechen, oder sie noch zu übertreffen. Denn über die Masse an Entscheidungen, die täglich getroffen werden muss gibt es keinen Überblick mehr, aber das ungute Gefühl, dass es mit einer anderen Option irgendwie diffus besser geworden wäre. Vielleicht wäre es angenehmer, in einer Gesellschaft zu leben, der man noch auf den Schlips treten kann, ohne gleich Menschen zu töten.