Das kann ich Dir aus eigener Erfahrung nachfühlen... bei mir gings nach vier Jahren voller Misserfolgen (ewig keine Lehrstelle, Klassenziel Berufsfachschule für Bekleidung nicht bestanden) und Langeweile erst wieder aufwärts, nachdem ich 2004 in der Bücherei über ein Buch über ADHS bei Erwachsenen gestolpert bin. Ich hatte mich lange Zeit dumm und wertlos gefühlt, gleichzeitig hatte ich von meiner Mutter ein starkes Streben nach Erfolgen und Bestätigung anerzogen bekommen. Blöderweise gabs noch einen IQ-Test aus der vierten Klasse, der mich als Hochbegabt klassifizierte - irgendwie ließ mir dies keine Ruhe, sonst hätte ich mich wahrscheinlich total aufgegeben und gehenlassen. Vorher wurde ewig an einer "bipolaren Störung" herumgedoktert und an Müdigkeit und Schlafattacken sobald ich mich langweilte (z.B. in einem langweiligen Schulfach). Drei Psychiater und eine Neurologin haben das in 6 Jahren nicht entdeckt (plus dem Kinderpsychologen und den Leuten in der Jugendpsychiatrie Jahre zuvor!) - 2006, mit Diagnose durch nen Spezialisten an der Uni MS und ne Therapie, hatte ich dann mein Fachabi bestanden! Bei der ADHS-Diagnose gabs dann nochmal nen IQ-Test, der den ersten bestätigte - 144! Das gibt mir auch heute noch den Antrieb, was draus zu machen. Das ist ne Gnade Gottes, etwas, das man auf keinen Fall "wegwerfen" sollte. In ner Psychotherapie (und nem Stapel themenbezogener Bücher) hab ich dann gelernt, wie man die positiven Seiten des ADHS für sich nutzen kann. Übrigens hören sich Unsicherheit, Selbstwertprobleme, eine Angststörung (grade Soziophobie, man fühlt sich "anders" als die anderen) und v.a. das Aufschieben sich arg nach AD(H)S-Symptomen an! Einfach mal gegenchecken, vielleicht stehen die Depressionen mit nem unentdeckten ADHS im Zusammenhang. /BB, 24, mit der Aufmerksamkeitsspanne einer 7jährigen und "auf -Ritalin-Chillerin"