Da gerade die Zielgruppe das Ganze ja ernster zu nehmen scheint, als es angebracht wäre, darf ich mal meinen Standpunkt dazu erläutern. Ich habe den E30 in sämtlichen Evolutionsstufen erlebt. Als Neuwagen der Besserverdienenden. Eine Lehrerin fuhr einen Flippermetallic-farbenen 316i NFL. Als dankbares Zielobjekt der Tuning-Industrie. Jörg und D&W, Spoiler, Windsplitts bis zu Breitbauten. Ein paar Straßen weiter fuhr einer einen roten Rieger-Breitbau mit Alpina-Motor, der war ziemlich der Mac mit dem Dingen. Wirre Farben. Jägermeister, Maritimblau und Kawagrün. Die ersten Motorumbauten. Damals oft noch ohne Kat, M30 und M88. An den M50 und Co. hat da niemand so wirklich gedacht. Dann kamen die extremen Felgen. Zuerst 7,5 und 9x16. Dann auch 9x16 rundum oder mit 10x17 auf der HA. Heute mag man lachen, aber das hat damals auf uns gewirkt, wie das Stanceworks-Zeugs auf euch. Mein Nachbar hatte damals seinen neuen E36 325 gegen ein daytonaviolettes VFL Cab mit grauem Leder getauscht. 8,5 und 10x17 Azev A, schwarze Lampen, tief. Das Auto hatte nachhaltig Eindruck hinterlassen bei mir. Den neueren Teil der Vitae kennt ihr dann ja schon selbst. M-Tech2, BBS RS, V8 Umbauten, Rat-Style etc... Was ich damit sagen will: es hat immer irgendeinen Style gegeben, der zu seiner Zeit hipp war. Was denkt ihr, wie Leute in 10 Jahren eure heutigen Vorlieben beurteilen werden? Das hat nix mit Nörgelei oder Spiesigkeit zu tun- aber das werdet ihr selbst schon noch sehen, 2020. Und zum Abschluß: dicke Felgen und tief ist also keine so dolle Erfindung der Neuzeit. Wurde von den Herren vielleicht etwas perfektioniert, aber doch ein alter Hut, s.o. Und Tieferlegung als Lebensphilosophie? Da könnte es doch etwas an Substanz fehlen, vielleicht.