Riedlingen (bk) - Samstag abend, 21.30 Uhr: Ein schwarzer 318is der Baureihe E30 kommt beim Versuch, die nach Zeugenaussagen viel zu steile Hofeinfahrt des Bruders des Fahrzeugführers erfolgreich zu meistern zu weit nach links ab und beschädigt sich bei der Überfahrt des an dieser Stelle erhöhten Randsteines einen Teil seiner Fahrzeugverspoilerung. Unsere Rekontruktionen ergaben, dass sich der Fahrzeugführer die so genannte "IS-Spoilerlippe" auf dem Randstein zur Hälfe abgestreift hat, was vermutlich auch auf die Tieferlegung dieses Fahrzeugs zurückzuführen ist. Der Fahrer bemerkte dies offensichtlich nicht und setzte seine Fahrt unbeirrt fort. Kurz nach Ortsende brach die durch das Aufsetzen aus ihren Halterungen gerissene Lippe dann bei einer Geschwindigkeit von ca. 65-70km/h vollständig vom Fahrzeug ab und wurden von allen 4 Rädern des PKWs überfahren. Der Fahrzeugführer gab später zu Protokoll, dass er zwar 2 laute Schläge im Bereich des Unterbodens gehört hätte, sich jedoch nicht bewusst war, dass diese durch das Überfahren seines eigenen Spoilers zurückzuführen waren. Erst bei der Ankunft zu Hause hätte er das Fehlen bemerkt und wäre nach seinen Aussagen "stinksauer" gewesen. Jeder Versuch, die überfahrene IS-Lippe ausfindig zu machen, blieb leider erfolglos. Auch nach einer Vollsperrung des betroffenen Straßenabschnittes durch die örtliche Polizei konnte aufgrund der fortgeschrittenen Dunkelheit das Tatobjekt nicht mehr geortet werden. Auf akutes Drängen des Fahrers hin wurde die Suche am darauffolgenden Tag gegen 20 Uhr abends unter Einsatz modernster Taschenlampen, eines alten Polizeihubschraubers und primitivsten Ortungsgeräten fortgesetzt. Und tatsächlich: die am Tag zuvor mit hoher Geschwindigkeit überfahrene Spoilerlippe konnte in einem Straßengraben geortet und kurze Zeit später dem überglücklichen Besitzer übergeben werden. Glücklicherweise wurde durch das abgerissene Teil kein nachfolgendes Fahrzeug beschädigt - zumindest ging bis zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Meldung bei der Dienststelle diesbezüglich ein. Von dem Tatgegenstand wurden sofort entsprechende Beweisfotos angefertigt. Den Beamten zufolge ist ihnen kein weiterer Fall bekannt, in dem ein mit derart hoher Geschwindigkeit überfahrener Spoiler in solch einem Zustand vorgefunden wurde. Der Fahrer hatte demzufolge wohl mehr als einen Schutzengel. Der Schaden bei der Zerstörung der Lippe oder dem tatsächlichen Verlust wäre nach Angaben des Fahrers in die Millionenhöhe gegangen. Nachfolgend die offiziellen Beweisbilder: