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Längsträger hinten im Bereich Federteller schweißen

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12 Antworten in diesem Thema

#1
OFFLINE   flinkes_Gemüse

flinkes_Gemüse

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Moin,

 

bin gerade dabei meinen e30 Touring neu aufzubauen, nun bin ich an den hinteren Längsträger angelangt und habe die Hinterachse und das ganze andere Klimbim ausgebaut, sowie den Schuh des Querträgers der auf dem Längsträger liegt entfernt.

Der Längsträger ist um die Federteller großflächig verfault, sodass nicht nur der Federteller neu muss sondern eben auch Teile des Längsträgers. Da es ja keine Blechteile zu kaufen gibt, muss ich die Bleche wohl selbst bauen. An sich ja kein Problem, nur gibt es ja verschiedene Meinung bezüglich "auf Stoß" oder überlappend. Meiner Meinung nach ist es mit unglaublich viel Aufwand verbunden, den Längsträger als überlappendes Blech zu dengeln. Nun habe ich in verschiedenen Foto-Stories gesehen, dass viele den Träger dreiteilig auf Stoß wieder einschweißen. Bekommt man mit soeiner Lösung ohne weiteres neunen Tüv? Alle anderen Bleche habe ich sowieso auf Stoß eingesetzt, aber das sind ja nun auch keine "tragenden" Teile.

Ich würde mich freuen, wenn mir dazu jemand ein paar Tips geben kann, diese Stelle möchte ich nun wirklich nicht pfuschen und damit durch den Tüv zu rauschen, wäre auch ein wenig unglücklich.

 

 

Gruß

flinkes_Gemüse



#2
OFFLINE   Mahathma

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Ich denke da bei solchen Dingen eher an die eigene Sicherheit: Man sollte es soweit hinbekommen, dass man sich sicher ist, dass es hält. Bei handwerklich korrekter Arbeit hat der TÜV sicherlich nichts zu bemängeln, aber an meinen Autos habe ich auch schon Dinge entdeckt, die der der TÜV nicht bemängelt hat (nicht gesehen?), die aber schnellstmöglich in Ordnung gebracht habe. SO war mir das zu unsicher...


Zitat Sandmann (http://www.sandmanns-welt.de/): Die Zeit ist zu knapp für langweilige Autos, Abende vor dem Fernseher oder schlechten Wein...


#3
OFFLINE   flinkes_Gemüse

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Moin,

 

ich würde es sehr gerne auf Stoß einschweißen, schweißen auf Stoß kann ich ja und bei 1,5mm Blech geht das auch wunderbar. Allerdings habe ich eben die Befürchtung, dass der TÜV mir die Plakette verweigert, weil Gefügeveränderung und durchgezogene Naht usw und so fort. Das wäre an dieser Stelle eben wirklich mit viel Arbeit verbunden, da nochmal ranzumüssen ;)

 


Bearbeitet von flinkes_Gemüse, 18. Mai 2017 - 12:12.


#4
OFFLINE   Mahathma

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MW ist der E30 (noch) nicht aus irgendwelchen legierten oder hochfesten Stählen gefertigt. Und um bei gewöhnlichen Stahl (hier wohl DC01 o.ä.) eine nennenswerte Gefügeveränderung zu erreichen, muss man ihn Schweißen wenn er unter 4°C hat oder ihn mit Wasser abschrecken. Lässt sich ja sicherlich vermeiden :-D .

 

Ich bleibe dabei: Wenn das ordentlich gemacht ist, also auch vollständig durchgeschweißt und mit der richtigen Blechstärke, gibt es keinen Grund weshalb der TÜV da etwas einzuwenden hätte. Da würde ich mir keine Sorgen machen.

 

P.S. Wenn Du gaaaanz sicher gehen willst, frag doch einfach mal bei deinem zuständigen Prüfer. Die geben einem sicherlich Auskunft...


Bearbeitet von Mahathma, 18. Mai 2017 - 15:09.

Zitat Sandmann (http://www.sandmanns-welt.de/): Die Zeit ist zu knapp für langweilige Autos, Abende vor dem Fernseher oder schlechten Wein...


#5
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Da würde ich mir keine großen Gedanken machen.

Hab bei meinem Touring ganz einfach die Blech angefertigt (in meiner Fall waren das ca 30 x 40 mm kleine Stücke), und auf Stoß eingeschweißt. Drüber geflext, bis es wie Original ausschaut. Grundiert, Steinschlagschutz drauf und fertig war es.

 

Den Hohlraum habe ich dann großzügig mit Wachs geflutet.

 

Das kann man IMHO nicht vom Ursprungszustand auf Anhieb unterscheiden, da alles mit Steinschlagschutz gleichmäßig bedeckt ist.


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#6
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Wenn Du den TÜV fragst, wird er sagen, Du sollst es überlappend reparieren. Willst Du es auf Stoss schweissen, verputze es ordentlich mit der Flex und mach Steinschlagschutz drüber. Wenn er dann fragt, hast Du es halt nur oberflächlich entrostet und neu versiegelt.

I C H würde an dieser Stelle ausnahmsweise mal nicht auf Stoß arbeiten....

 

Gruß,

Michael


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#7
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Hm, ich sag' mal etwas provokant, dass der TÜV auch weiß, dass auf Stoß geschweißt und verschliffen (!) bei dynamischer Belastung bessere Festigkeit bietet. Überlappend ist eigentlich genauso fatal wie die sogenannten "Angstbleche".


Zitat Sandmann (http://www.sandmanns-welt.de/): Die Zeit ist zu knapp für langweilige Autos, Abende vor dem Fernseher oder schlechten Wein...


#8
OFFLINE   flinkes_Gemüse

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Ich denke mal, dass ich es nun doch auf Stoß machen werde, habe gestern den Federteller abgenommen und werde morgen mal die Maße nehmen und Bleche anfertigen.

Allerdings interessiert mich nun doch die Lösung von dir, NULLZWOtii, wie sieht denn deine Lösung aus?

Wenn ich es heute abend nach der Arbeit noch schaffe, lade ich mal Bilder von der Stelle hoch.



#9
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Hm, ich sag' mal etwas provokant, dass der TÜV auch weiß, dass auf Stoß geschweißt und verschliffen (!) bei dynamischer Belastung bessere Festigkeit bietet. Überlappend ist eigentlich genauso fatal wie die sogenannten "Angstbleche".

 

Wo hast Du das denn her?


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#10
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Habe bis vor einigen Jahren meine Brötchen mit Schweißtechnik verdiehnt. Ist also 'ne "Berufskrankheit" :D . Aber in gewisser Weise ist sie dennoch Inhalt meiner derzeitigen Arbeit...


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#11
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Soo, ich wollte euch nun nochmal Rückmeldung über meine Arbeit geben.

Habe den Längsträger aus drei Blechen nachgebaut und von innen mit einer Kehlnaht verschweißt, die Punkte außen sollten nur einem hineinkippen der Bleche entgegenwirken.

Habe den Träger gestern stumpf eingeschweißt und habe davon mal Bilder gemacht.

 

 

 

 

 

Angehängte Grafiken

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#12
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Habe bis vor einigen Jahren meine Brötchen mit Schweißtechnik verdiehnt. Ist also 'ne "Berufskrankheit" :D . Aber in gewisser Weise ist sie dennoch Inhalt meiner derzeitigen Arbeit...

 

Im Karosseriebereich oder Behälterbau? :-)

 

Je nach Blechgüte gibt es mehr oder weniger Versprödung entlang der Schweissnaht und die Schweissnaht selbst ist härter und spröder als das Karosserieblech. Mit Pilgerschrittechnik und nicht zu viel verputzen ist das wahrscheinlich OK. Ich habe selbst bei meiner 02-Karosse alles auf Stoß geschweisst, weil ich es damals "glatt und ordentlich" haben wollte. Aus heutiger Sicht würde ich an manchen tragenden Teilen die Prioritäten etwas anders setzen. Zu meiner aktiven Werkstattzeit hätte jedenfalls der TÜV Reparaturen auf Stoß an tragenden Teilen abgelehnt, Überlappung und Lochpunkten waren angezeigt.

 

Gruß,

Michael (Ex-Karosseriebauer, dessen aktueller Job auch theoretische Auslegung von Schweißungen beinhaltet --> Fz.-Sitzentwicklung))


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#13
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Ok. komme ursprünglich aus dem Metallbaubereich, hatte (gelten nicht mehr) einige Schweißprüfungen, den Schweißfachmann (gilt noch, bringt aber nix mehr) und habe vor kurzem ein "halbes" Maschinenbaustudium gemacht. Denke mal Theorie und Praxis sind vorhanden... :angeber:

 

Mich wundert allerdings, dass der TÜV solche Schweißnähte gefordert hat 8-/ .

Problematisch ist hier, also bei überlappenden Blechen, nicht die Naht als solche, sondern durch die Form eine starke "Ablenkung" der Kraftlinien. Solche Versätze und vor allem dadurch enstehende Kanten, bilden gefürchtete Kraftspitzen im Material und senken damit eklatant die Festigkeit. Und das auch noch völlig unabhängig vom Material.

 

Man versucht ja z.B. auch bei Drehteilen durch Verrundung solche Kraftspitzen zu verringern.

Bei zwei Blechen auf Stoß ist es genau so: Am besten ist eine sauber durchgeschweißte Naht, die glatt verschliffen wurde. Denn selbst die Schweißraupe hat Kanten, die eine Ablenkung der Kraftlinien erzeugt und damit eben unschöne Kraftspitzen. Darum: Weg damit! (Konnte ich früher auch nicht glauben)

 

Die herabgesetzte Festigkeit in der Wärmeeinflusszohne ist da das geringere Übel und bei gewöhnlichem (Bau-) Stahl nicht besonders hoch.

 

Sorry, wenn es :klug:  'rüberkommen sollte. Ist dann auch eine "Berufskrankheit" :-D

 

Gruß (auch) Michael


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