Mein erstes Autoprojekt hab ich mit 16 gestartet - war eine Vollrestauration eines 50er Jahre Pontiacs. Ich hatte bis dahin überhaupt keine praktische Schraubererfahrung jedoch ne Menge guter Kumpels, die schon länger an Autos schrauben. Bei denen konnte ich mich in der Halle einmieten. Am Pontiac musste einmal ALLES neu. Aufgefrischter Austauschmotor rein, komplette Automatenrevision, Fahrwerk komplett neu, Innenausstattung komplett neu, Elektik neu und überall und haufenweise ROST (das Auto stand jahrelang draussen und sollte eig. geschlachtet werden). Ich war über 3.5 Jahre drann (mit Pausen) und als der Pontiac bis auf den Lack soweit fertig & fahrbereit war hab ich ihn verkauft. Es hat viel Spass gemacht, ich hab sehr viel gelernt und es hat unglaublich viel Geld & Zeit & Nerven gekostet! So würde ich das nicht mehr machen, lieber was fahrbereites kaufen und Stück für Stück (z.B. jeweils übern Winter) verbessern und restaurieren. Hast du einen voll ausgerüsteten Schrauberplatz? Bedenke, dass auch Werkzeuge, Lacke, Kleinmaterial, etc ins Geld gehen. Stelle vor Projektbeginn ein klares Konzept zusammen, was du machen willst und wie das Endergebnis ausschauen soll (original, umgebaut, etc). Dann kannst du dir auch einen ungefähren Kostenrahmen aufstellen. Und glaub mir, es wird garantiert teurer und länger dauern als geplant. Dann kannst du auch gezielt Teile einkaufen oder kannst auch mal auf Schnäppchen warten. Wie gesagt, ich empfehle was möglichst rostfreies, fahrbares mit Resttüv und keinen allzugrossen Mängeln...allein Fahrwerk, Bremsen, Lack, Innenausstattung, kleine Motorrevision, sonstige Optische Arbeiten, etc etc geben genug Arbeit, gerade, wenns das erste Projekt ist. So hast aber ein wenig mehr Überblick und das ganze bleibt überschaubarer... zudem hast du schneller mal ein Erfolgserlebnis und neue Motivation! Und kaufe blos kein zerlegtes Auto!!! Allein schon ein selbst zerlegtes Auto wieder zusammen zu bekommen ist ne Sache für sich. Und beim zerlegen immer alles eintüten & beschriften! Bedenke einige Dinge die bei einem Komplettaufbau (= einmal ALLES von Grund auf neu) auf dich zukommen würden: - wenns in absehbarer Zeit was werden soll muss man drannbleiben - heisst dass man auch mal Samstagabends, oder an einem Sommerwochenende in der Werkstatt sitzt...oder sich im Winter die Finger abfriert. Urlaube während des Aufbau meines Autos hab ich ausschliesslich in der Werkstatt verbracht...meist von morgens früh bis abends spät. - es wird VIELE frustrierende Momente und Rückschläge geben. - dein ganzes Geld wird von einem Auto aufgefressen, dass ggf. Jahrelang nur steht. - du wirst auch vor Arbeiten stehen, die du weggeben musst bzw wo du Hilfe brauchst... (Sattler, Lack, etc) dann gibts auch immer wieder Phasen wo nix weitergeht und Zweifel aufkommen obs noch was wird. Oder du musst wieder weitersparen. -Hast du ein Alltagsauto bzw was zum rumfahren? Wenn du nach 2 Jahren mal zusammenrechnest, wieviel Geld in dem nicht fahrbereiten Projekt steckt und du immer noch mit Muttis Fiesta rumgurkst kann das schon mal frustrierend sein... - und eben, auseinanderbauen ist das eine...der Zusammenbau was ganz anderes... Wenn du jetzt schon sagst, dass du nicht weisst obs mit der Motivation was wird, bzw obs das richtige ist dann lass die Finger von einem kompletten Neuaufbau. Wenn du dir jetzt sicher wärst, dass du die Sache durchziehst egal wie lange es dauern wird und dass du das Auto lange behalten willst dann machs! Denn das Gefühl nach Jahren die erste Runde im selbst aufgebauten Auto zu drehen ist unbezahlbar!