nach langer zeit noch ein nachtrag zu diesem thema... dann ließe sich endlich ein wiki daraus stricken. jens hat mich gebeten die zweite seite des originaltextes als ergänzung zu übersetzen. die erste seite hatte er ja bereits weiter oben geliefert. also: Im Widerspruch zu den vereinfachten Betrachtungen der vorherigen Seite glauben die meisten, dass eine Domstrebe hauptsächlich auf Druck, nicht Zug, belastet wird. Bei manchen Autos bewegen sich tatsächlich mit der Zeit die Dome aufeinander zu, was seinen Teil zu dieser Sichtweise beigetragen haben wird. Zudem wurden wohl bereits Spannungsmessungen an Domstreben im Praxisbetrieb durchgeführt. Diese Versuche zeigten die Domstrebe sowohl unter Zug, als auch unter Druckbelastung. Bei einem derartigen Versuch war die höchste festgestellte Last eine Druckbelastung auf die Strebe beim seitlichen Ausparken aus einer Garage auf einer abschüssigen Ausfahrt (Jeder kennt das Phänomen, dass die Karosserie sich bei derartigen Manövern verzieht). Was ist da also los? Wird die Domstrebe auf Zug oder auf Druck belastet? Eine wahrscheinliche Hypothese ist, dass beides der Fall ist, abhängig vom Fahrzustand. Kurvenfahrt auf ebenem Asphalt erzeugt Zugkräfte, Geradeausfahrt über Bodenwellen Druckkräfte in der Domstrebe. Folgende Kräfteskizze zeigt wie die Druckbelastung beim Überfahren von Unebenheiten zustande kommt. Links sind die resultierenden Kräfte gezeigt, die auf Radaufhängung und Federbein wirken. Kraft 1 ist die Straße, die aus Auto trägt, Kraft 2 die Gewichtskraft des Fahrzeugs. Kräfte 3 und 4 ergeben sich um ein Verkippen des Federbeins zu verhindern (sie gleichen das Moment aus, welches von Kräften 1 und 2 erzeugt wird). Kraft 4 hat natürlich eine gleichgroße, entgegengesetzt gerichtete Gegenkraft, hier als Kraft 5 rechts in grün eingezeichnet. Dies ist die horizontal auf den Federdom wirkende Druckkraft. Es ist zu Bedenken, dass beim Überfahren von Schlaglöchern oder abrupten Bodenwellen das Chassis kurzfristig Beschleunigungen von 3 oder 4 g erfährt. Das wiederrum bedeutet, dass die Kräfte 1 und 2 in obigem Bild 12,5kN (1270kg) betragen können. Kraft 3 und 4 (und somit Kraft 5) sind zwar kleiner, aber trotzdem nicht zu vernachlässigen. Um Kraft 5 genauer berechnen zu können, wären detaillierte Messungen der Fahrwerksgeometrie notwendig. Allgemein gesehen, verbringen viele Autos einen Großteil ihres Lebens damit geradeaus zu fahren. Bei diesen Autos werden sich die Dome unter Umständen im Alter aufeinander zu bewegen. Rennfahrzeuge verbringen einen großen Zeitanteil damit, Kurven mit hohen Querbeschleunigungen zu fahren. Hier können die Dome mit der Zeit sogar auseinanderwandern. Demnach kann eine Domstrebe unter Zug stehen, oder eben unter Druck, ganz davon abhängig unter welchen Bedingungen das Fahrzeug bewegt wird.