In Rumänien war ich 2006 und es gibt in ländlichen Gebieten wirklich keine flächendeckende Wasserversorgung. Jedes Dorf hat seinen Brunnen, manche Bewohner haben auch einen eigenen, je nach finanziellen Möglichkeiten. Ein richtiges Telefonnetz gibt es auf dem Land ebensowenig. Jedoch hat fast jedes Dorf elektrischen Strom. Wenn mal Krankenwagen oder Feuerwehr benötigt wird, fährt jemand los in die nächste Stadt, um zu telefonieren. Da es keine Autobahnen in Rumänien gibt, teilen sich schlecht beleuchtete Radfahrer, Mopeds, Pferdefuhrwerke und alkoholisierte Fußgänger die Landstraßen mit den zahlreichen 40 Tonnern, die dort so schnell unterwegs sind, wie es die maroden Straßen zulassen. Die Ausmaße der allgegenwärtigen Korruption sprengen unser Vorstellungsvermögen, ohne Schmiergeld geht nichts. Wer nicht zahlen kann, wird auch schon mal früher aus dem Krankenhaus heimgeschickt, damit ein lukratives Einzelzimmer entsteht. Wie schon geschrieben, wird der Müll überall hingeworfen und prägt teilweise schon die Landschaft. Tierschutz ist ein Fremdwort, wer bremst, wird ausgelacht. Toleranz gegenüber Homosexuellen oder sonstigen Minderheiten ist bei weiten Teilen der Bevölkerung Fehlanzeige. Alles in allem ein EU-Land, wie man es sich wünscht :) Dennoch habe ich nette Leute dort kennengelernt!