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Schrottplatzimpressionen


Gast

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Heute Abend war ich mit nem Kumpel verabredet, der einen Schrottplatz besitzt. Wir haben geplaudert, gegessen und Filme geschaut.

 

Der wohnt tatsächlich auch auf dem Schrottplatz - man darf sich das in etwa so vorstellen wie bei den Ludolfs, nur mit einer top renovierten und ganz sauberen und schönen Wohnung und ohne Haufenprinzip...

 

Wo ich nun also schonmal da war, kam auch recht schnell die obligatorische Frage, was er denn so an E30 da hätte. Ich stieß dann auf drei Exemplare: Zum Einen ein heruntergekommener Touring, an dem nicht mehr wirklich viel dran war und zum Anderen ein calypsorotes Baur TC, dass sogar recht frischen Lack hatte und so gar nicht schrottig aussah. Es waren sogar noch diverse Teile wie dunkle Blinkergläser, Lufteinlass für Ölkühler, etc. vorhanden. Jedoch nichts, was mich vom Hocker gerissen hätte.

 

Was ich aber dann sah, trieb mir beinahe die Tränen in die Augen:

 

Stellt euch vor, Sizilien 1927.... ach ne, Moment. Ich glaube, ich verwechsle da was ;-)

 

Ich fand einen ebenfalls calypsoroten Zweitürer, der äußerlich sehr gepflegt und fast makellos da stand. Lediglich hinten links unter der Stoßstange war eine Beule im Heckblech zu finden. Kein erkennbarer Rost, keine offensichtlichen Dellen und Kratzer.

 

Beim Gang um den Wagen entdeckte ich Blitzsaubere Bosch-Scheinwerfer und ebensolche NSW.

 

Ein Blick auf das Sitzmuster verriet mir, dass es sich wohl um einen M40 handelt. Als ich einsteige, bin ich überrascht, dass der Wagen noch so neu riecht. Die silberne Innenausstattung ist sauber und ohne jegliche Flecken, lediglich der Fahrersitz weist an der Mittelbahn der Rückenlehne marginale Gebrauchsspuren auf. Ich bemerke, dass er sogar kein Schiebedach hat und einen fleckenlosen hellen Dachhimmel. Die einzigen Extras, die auffallen sind NSW, der Drehzahlmesser und ein orignales Bavaria CII Radio. Der Tacho versichert mir glaubhaft 126.000km. Ich werfe einen Blick ins Handschuhfach und finde sämtliche Fahrzeugunterlagen inklusive einem fast durchgestempelten Scheckheft, alle Stempel vom selben, ortsansässigen BMW-Autohaus. Ich vermute ein schonendes Leben in Rentnerhand.

 

Es handelt sich um einen 1990er 316i. Ich sehe mich um und stelle fest, dass bereits die Lenksäulenverkleidung, die Mittelkonsole und die Fensterkurbeln fehlen. Allzulange konnte er also noch nicht dort stehen. Obwohl auf seinem Dach bereits zwei weitere Fahrzeuge Platz genommen haben, bin ich beinahe versucht, meinen Kumpel nach einem guten Preis dafür zu fragen, bis mir plötzlich die Erleuchtung kam... es muss wohl die Abwrackprämie mal wieder zugeschlagen haben.

 

Und siehe da, so war es wohl auch. Das ist in diesem Fall wirklich ein Trauerspiel. Im Prinzip ein unscheinbarer stino-E30, wenn auch mit appetitlicher Farbkombination. Wenn da nicht der überdurchschnittliche Pflegezustand, die wenigen Kilometer und vor allem die Karosserie wäre, die wirklich einen besonders guten Eindruck macht.

 

Aber leider ist das, wofür sich unsereins maßlos begeistern kann für andere nur ein alter Haufen Blech. Und deswegen wird dieses besonders schöne Exemplar wohl auch gänzlich unverdient schon bald den Weg in den Schredder finden :-(

 

Ach ja, falls jemand Teile braucht - PN an mich!

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