München(rn) - Dass BMW nicht nur in die Zukunft schaut sondern auch in die Vergangenheit zeigt die Sparte "Mobile Tradition" des Unternehmens, die sich um den Erhalt und die langfristige Unterstützung älterer BMW-Modelle kümmert. Erst kürzlich wurde ein 2002ti in einer gläsernen Werkstatt vor den Augen der erstaunten und faszinierten Besucher komplett neu aufgebaut, wobei nahezu 85% der verwendeten Teile als Neuteile aus dem BMW-Lager bezogen werden konnten. Nun wollen die Münchner noch einen Schritt weiter gehen. Dazu Dr. Burkhard Göschel, Entwicklungschef von BMW: "Nach der positiven Resonanz im Bezug auf die Unterstützung älterer Youngtimer und Oldtimer seitens BMW möchten wir nun einen Schritt weiter gehen. Wir planen die Auflage einer Kleinserie eines echten Klassikers der BMW-Modellreihe. Dabei sollen - wie schon bei Einzelprojekten in der Vergangenheit - möglichst viele Komponenten aus vorhandenen Beständen genutzt bzw. soweit realisierbar auch komplett neu angefertigt werden. Wir stehen hierbei schon in Gesprächen mit unseren Zulieferfirmen, die unser Projekt zum Großteil unterstützen möchten. Wir befinden uns derzeit noch ganz am Anfang der Entwicklungsphase, sind aber schon jetzt davon überzeugt, dass unser Projekt in Zusammenarbeit mit der Mobilen Tradition ein großer Erfolg werden wird. Die Wahl eines geeigneten Modells für ein professionelles Remake fiel uns zuerst nicht leicht. Es mussten sowohl technische als auch wirtschaftliche Aspekte erörtert und auf Basis von intensiven Recherchen eine Auswahl getroffen werden. Dass die Wahl nun auf den BMW 3er der Modellreihe E30 gefallen ist, hat jedoch durchaus seine Gründe. Die ältesten Fahrzeuge dieser Baureihe befinden sich bereits auf dem Weg zum Klassiker und haben eine sehr große Fangemeinde, was auch auf diversen Veranstaltungen und durch unsere Beobachtungen in zahlreichen Internetforen deutlich zum Vorschein tritt. Wir sind überzeugt davon, dass die Nachfrage nach einer Neuauflage dieses Modells sehr hoch sein wird." Details zum Erscheinungsbild des neuen BMW E30 wollte Göschel noch nicht bekannt geben. "Sicher ist, dass die bisherie Struktur des Modells so wie wie möglich erhalten bleiben soll. Nur im Hinblick auf sicherheitstechnische und ökologische Aspekte müssen wir natürlich einige Anpassungen vornehmen", so Göschel. Dabei dürfte es sich wohl hauptsächlich um die Erfüllung gängiger Abgasnormen sowie die Verbesserung der Rückhaltesysteme sowie weiterer Details handeln. Auch noch im dunkeln bleibt bisher, ob und welche verschiedenen Karosserieformen es geben wird. Wie uns aus vertraulichen Quellen berichtet wurde, sei aber die Produktion eines Cabrios definitiv fest mit eingeplant. "Wir wollen hiermit ein Zeichen setzen", so Göschel weiter. "Viele Hersteller versuchen ihre alten Modelle nach Ende der Produktion so gut es geht in den Hintergrund zu drängen, um die Vorteile der neuen Modellreihe besser herauszuheben. So geraten Klassiker oft in Vergessenheit und die Erhaltung bleibt dann den Organisationen, Clubs und Gemeinschaften überlassen. Wir wollen zeigen, dass bei uns auch ältere Modelle aus der BMW-Geschichte unterstützt und gefördert werden".