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Das EU-Reifenlabel

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Das EU-Reifenlabel - Das Zeugnis für neue Reifen

Für Reifen, die ab dem 1. Juli 2012 hergestellt und nach dem 1. November 2012 verkauft werden, gilt eine besondere Kennzeichnung - das sogenannte "EU-Reifenlabel". Das Reifenlabel stellt zusätzliche Informationen zu einzelnen Reifeneigenschaften bereit. Die EU-Verordnung Nr. 1222/2009 vom 25. November 2009 regelt die Einzelheiten zu dieser Kennzeichnung. Das Reifenlabel wird in allen EU-Ländern zur Pflicht und betrifft nur Reifen von Personenkraftwagen, leichten Nutzfahrzeugen und LKW-Reifen.

1. Die Bedeutung der Symbole auf dem EU-Reifenlabel


Das EU-Reifenlabel stellt für den Endkunden umfassende Informationen über bestimmte Eigenschaften der Reifen zur Verfügung. Die Kennzeichnung soll die objektive Einschätzung der Reifeneigenschaften unterstützen und den zuverlässigen Vergleich zwischen mehreren Reifenmodellen erleichtern. Dabei betrifft die Prüfung zum Reifenlabel drei Eigenschaften: den Rollwiderstand, die Nassbremseigenschaften und das externe Rollgeräusch.

1.1 Rollwiderstand

Der Rollwiderstand des Reifens wirkt der Bewegungsenergie entgegen und beeinflusst den Kraftstoffverbrauch. Für das EU-Reifenlabel wird der Rollwiderstand auf einem Rollenprüfstand ermittelt und der Reifen anschließend einer der Kraftstoffeffizienzklassen von A bis G zugeordnet, wobei Klasse D nicht belegt ist. Bei der Verwendung von Reifen der Klasse G fällt der Kraftstoffverbrauch bei einem Pkw ca. 7,5 % höher aus, als bei Reifen der Klasse A. Umgerechnet beträgt die Kraftstoffersparnis durchschnittlich ca. 0,5 Liter/100 km. Tests zeigen, dass Ganzjahresreifen in Sachen Rollwiderstand bessere Ergebnisse liefern als Sommerreifen. Somit wird der Kraftstoffverbrauch bei der Verwendung von Ganzjahresreifen reduziert.

1.2 Nassbremseigenschaften

Die Nasshaftung der Reifen wird auf dem EU-Reifenlabel in die Klassen A bis F eingeteilt, wobei die Klassen D und G nicht belegt sind. Die Bremsunterschiede zwischen Reifen der Klassen A und F können unter Umständen bei 30 % liegen. Auf nasser Straße schneiden die Sommerreifen am besten ab. Die Winterreifen liefern mittelmäßige Ergebnisse und die Allwetterreifen belegen hier durchschnittlich den letzten Platz. Auch auf trockener Fahrbahn zeigt der Sommerreifen die besten Bremseigenschaften, dicht gefolgt von Ganzjahresreifen der Marken Nankang, Goodyear und Kleber. Der Winterreifen liefert hier die schlechtesten Ergebnisse. Die Bremseigenschaften auf trockener Straße werden vom Reifenlabel bisher nicht berücksichtigt.

1.3 Außenfahrgeräusch


Das dritte Symbol auf dem Reifenlabel steht für die Stärke des Außengeräusches des Reifens. Die Anzahl der schwarzen Viertelringe auf dem Symbol zeigt das externe Rollgeräusch an. Dabei kennzeichnen drei Ringe den schlechtesten Wert und ein Ring steht für den leisesten Reifen. In Bezug auf das Abrollgeräusch schneiden die Winterprofile am besten ab, da sie dank weicher Gummimischung und Lamellen leiser als die steiferen Sommerreifen sind. Ganzjahresreifen wie der Nankang NK All Season liefern sogar bessere Ergebnisse als die meisten Sommerreifen.

2. Die Aussagekraft des Reifenlabels


Das EU-Reifenlabel soll durch Förderung von kraftstoffsparenden, bremssicheren und leisen Reifen für mehr Sicherheit, Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit im Straßenverkehr sorgen. Dabei berücksichtigt das Label nur drei wichtige Reifeneigenschaften und kann lediglich als erste Orientierungshilfe dienen. Dank der Kennzeichnung verfügt der Verbraucher über erste Informationen zur Sicherheit und Umweltfreundlichkeit des Reifens.
Jedoch vernachlässigt das Label entscheidende Kriterien wie die Reifeneigenschaften bei winterlichen Straßenverhältnissen. Bei den Winterreifen stellt genau das Verhalten auf Schnee und Eis das wichtigste Auswahlkriterium dar. Weiterhin werden Winterreifen mit hervorragender Bodenhaftung in schlechte Rollwiderstandsklassen eingestuft. Dabei muss ein guter Winterreifen für Bodenhaftung auf Schnee und Eis sorgen und darf keinen niedrigeren Rollwiderstand bieten. Viele Verbraucherschützer bezeichnen die Aussagekraft des Reifenlabels als begrenzt und empfehlen die Berücksichtigung von ausführlichen Reifentests, die Winter-, Sommer- und Ganzjahresreifen unter Berücksichtigung von zahlreichen Kriterien prüfen und untereinander vergleichen.