Ich möchte an dieser Stelle eine kleine Einführung in das Thema Subwooferbau geben - diese soll vor allem Anfängern einen ersten Überblick über das Thema geben und erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit.
Wer sich mehr mit dem Thema beschäftigen will, meldet sich einfach.
Am Ende dieses Threats zeige ich noch ein paar möglichkeiten wie man einen Subwoofer effektiv im E30 verbauen kann.
Chassisparameter Zunächst einmal geht es nicht ohne etwas Mathematik...jedes Subwooferchassis wird charakterisiert durch einen umfangreichen Parametersatz, die sogenannten Thiele-Small Parameter (TSP).
Für die Auswahl eines Chassis und die Gehäusedimensionierung sind drei Parameter erforderlich:
Die Gesamtgüte Qts
Das Äquivalentvolumen Vas
Die Freiluftresonanzfrequenz fs
Ohne diese drei Parameter ist eine Gehäuseberechnung unmöglich!
Guter Sub - schlechter Sub Wie gut ein Sub im Endeffekt wirklich ist, lässt sich aus den Parametern nicht 100%ig herauslesen - es ist aber sehr wohl möglich, Schrottwoofer von vorneherein auszusortieren.
Dafür, das ein Sub in die Rubrik Elektronikschrott einzuordnen ist, gibt es zwei eindeutige Hinweise:
1. Das Fehlen der Parameter Qts,Vas und Fs
2. Eine Gesamtgüte Qts deutlich über 0.7 Sobald eine der oben genannten Bedingungen zutrifft, sollte man die Finger von dem Sub lassen.
Gehäuseformen Geschlossen Die einfachste Gehäuseform, das Subwooferchassis wird in eine geschlossene Kiste eingebaut.
Geschlossene Gehäuse liefern den präzisesten Bass, jedoch weniger Tiefgang als andere Gehäusearten.
Bassreflex Bei einem Bassreflexgehäuse werden die tiefsten Frequenzen durch einen zusätzlich im Gehäuse angebrachten Bassreflexkanal verstärkt.
Bassreflexgehäuse liefern mehr Tiefgang bei etwas weniger Präzision als geschlossene Gehäuse - es ist die am häufigsten verwendete Gehäusevariante.
Bandpass Bei einem Bandpass handelt es sich quasi um eine Kombination aus geschlossenem und Bassreflexgehäuse.
Der Schall wird bei dieser Gehäuseform ausschliesslich durch das Bassreflexrohr abgestrahlt. Eine Besonderheit ist ausserdem, dass bei einem Bandpass das Frequenzspektrum nicht nur nach unten, sondern auch nach oben begrenzt ist.
Bandpässe können sehr vielfältig abgestimmt werden - entweder auf ein besonders breites Frequenzband, oder auf hohen Pegel. Nachteil ist die im Vergleich zu den anderen Gehäuseformen geringste Präzision.
Auswahl des Gehäusetyps Für welche Gehäuseart ein Subwooferchassis geeignet ist, kann man an der Gesamtgüte Qts ablesen:
Geschlossen: Qts >0.4
Bassreflex: Qts 0.3-0.4
Bandpass: Qts 0.3-0.6
Die Grenzen sind hierbei allerdings fliessend.
Gehäuseberechnung Zunächst einmal: "Das" Gehäuse für ein Subwooferchassis gibt es nicht - man hat immer mehrere Möglichkeiten, einen Sub abzustimmen.
Um auf die Werte wie Gehäusevolumen und ggf. Bassreflexrohrdurchmesser und -länge zu kommen, gibt es zwar Formeln...aber die sind zumindest für Bassreflex- und Bandpassgehäuse schon recht komplex.
Man verwendet daher zur Gehäuseabstimmung normalerweise Simulationsprogramme, die auch gleich den zu erwartenden Frequenzgang für ein Gehäuse anzeigen können.
Empfehlenswert ist z.B. WinISD, welches man sich kostenlos auf der Linearteam Homepage herunterladen kann. Wer sich kein extra Programm installieren möchte oder keinen Windows PC besitzt, findet auf der Homepage unter der Rubrik "ISD Online" ein Java Applet, mit dem man auch direkt online ein Gehäuse simulieren kann.
Gehäusebau
Materialien Das Standardmaterial für Subwoofer ist Mitteldichte Faserplatte (MDF) mit 19mm Stärke. Man bekommt es in jedem Baumarkt und kann es sich da auch gleich auf die erforderliche Grösse zuschneiden lassen (allerdings nur rechtwinklige Zuschnitte).
Wenn es denn billig sein muss, kann man auch herkömmliche Spanplatten nehmen - diese lassen sich aber nicht so gut verarbeiten, insbesondere die Schnittkanten fransen leicht aus. Akustisch ist es zu MDF gleichwertig.
Ein weiteres sehr gut geeignetes und zudem optisch ansprechendes Material ist Birke Multiplex (MPX) - dieses ist allerdings erheblich teurer als MDF.
Auf keinen Fall verwenden sollte man Massivholz, dieses schwingt unkontrolliert mit und würde zu dröhnen führen.
Bauhinweise Grundsätzlich werden Lautsprechergehäuse verleimt - hierfür verwendet man handelsüblichen Holzleim.
Zur Stabilisierung kann man das Gehäuse zusätzlich verschrauben - hierbei aber unbedingt die Löcher vorbohren, sonst kann das Material aufplatzen.
Ebenfalls sehr sinnvoll sind Verstrebungen innerhalb des Gehäuses.
Wichtig ist in jedem Fall, dass das Gehäuse absolut dicht ist.
Dämmung Die im Lautsprecherbau üblichen Dämmmaterialien wie Noppenschaumstoff und Dämmwolle entfalten ihre akustische Wirkung erst im oberen Mitteltonbereich, daher macht es keinen Sinn Subwoofergehäuse zu bedämpfen.
Ausnahme: Dämmwolle hat die interessante Eigenschaft, die Schallgeschwindigkeit im Gehäuse herabzusetzen. Dies bewirkt, dass ein stark bedämpftes geschlossenes Gehäuse sich so verhält wie ein Gehäuse mit einem um bis zu 20% vergrösserten Volumen.
Man kann daher um Platz zu sparen diesen Effekt ausnutzen, und ein geschlossenes Gehäuse eigentlich um 20% zu klein bauen - durch eine vollständige Bedämpfung mit Dämmwolle verhält sich das Gehäuse dann wieder so, wie mit dem ursprünglich berechneten Volumen (Dies funktioniert natürlich ausschliesslich bei geschlossenen Gehäusen).
So und nun zu den möglichkeiten im E30 um den Bass bestmöglich in den Innenraum zu bekommen. Die erste is wohl die einfachste, aber leider nicht die beste Methode. Kiste im MM oder Sat... kaufen und in den Kofferraum stellen.....
Bringt eher sehr wenig in der Limo mit Skisack, nimmt viel Platz weg und ist meist auch noch dazu teuer.
Freeair durch den Skisack die eigentlich einfachste/günstigste
Ihr müsst das Blech am Skisack raus trennen, falls es nicht schon drausen ist, dann befestigt ihr ein Brett an der Schräge, dies sollte gut 19mm stark sein und wirklich gut und Luftdicht befestigt. An das Brett könnt ihr zum einen eure Endstufen verschrauben und natürlich den Subwoofer. In höhe des Skisacks wird eine Öffnung gesägt die dem Subwoofer entspricht (Membran darf Holz nicht berühren). Eigentlich braucht man für den Freeair Betrieb extra Woofer, jedoch spielen auch andere Woofer gut in dieser Lage. Empfohlen ist hier eine größe ab 25cm.
Ist allerdings ne Geschmacksfrage, aber ein Platzsparwunder.
falls man einen Woofer hat der sich so nicht gut anhört kann man auch noch um den Magnet ein Geschlossenes Gehäuse bauen (berechnet). Somit spielt der woofer auf ein für ihn berechnetes Volumen
Druckkammer: sehr effektiv und "günstig"
hier ist empfohlen zu 2 oder 3 Woofern zu greifen. 25 oder 30cm, je mehr umso besser.(wichtig: auf die ohm zahl achten)
Die Woofer sitzen in einem Volumen das nicht erst berechnet werden muss. Man nimmt die komplette Breite, Höhe des Kofferraums und die Tiefe richtet sich nach der einbautiefe der Woofer. Am Magnet sollte noch 1,5 bis 2cm Luft bleiben.
Direkt am Skisack wird ein Port gefertigt oder einfach nur ein ca 25cm großes Loch.
Kiste stabil und Luftdicht befestigen und fertig.
Bandpass ebenfalls sehr effektive Variante, aber schwer zu berechnen. Hier sollte man Bilder sprechen lassen.
Im Prinzip spielen die woofer wie in der Druckkammer durch den Port in den Skisack, aber die Membranen spielen nicht in den Kofferraum, sondern sitzen in einem Geschlossenen Gehäuse.

in der regel nimmt man 1 Woofer da ein Bandpass meist sehr groß ausfällt. Mit der richtigen Wooferwahl ist wie auf den Bildern auch eine 2 Woofer Variante möglich.
Nochmals erwähnt ist hier die Volumenberechnung sehr wichtig.
Es gibt natürlich auch noch andere Ausführungen, aber im großen und ganzen sind das die hauptsächlichen Möglichkeiten wie man Guten Bass in den E30 trotz Skisack bekommen kann.
Bei Fragen hierzu, bitte einfach anschreiben.